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Reisebericht Singapur
Allgemeine Informationen
Impfungen
Bevor wir uns zu der Reise nach Asien entschlossen, holte ich mir beim Tropischen Institut in Hamburg Informationen über vorsorgliche Impfungen. Für keine der
Reisestationen war eine Impfung vorgeschrieben, es sei denn, man war in den letzten 12 Monaten in Afrika oder Südamerika, wo es noch Gelbfieber gibt. Geraten wurde uns zu einer Hepatitis A/B-Impfung und einer
Malaria-Prophylaxe. Falls man nicht schon gegen Tetanus, Diphtherie und Polio geimpft war, sollte man auch dieses nachholen.
Einreiseformalitäten
Für die Einreise benötigte man 1996 einen noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass. Um ein evtl. Visum mußten wir uns nicht kümmern, es wurde vom Reiseveranstalter direkt
besorgt.
Währung:
Singapur Dollar = S$.
Kurs Januar 2003: 1 € = 1,85 S$
Singapur City
Singapur, übersetzt heißt es „Die Löwenstadt“, ist in vielerlei Hinsicht eine Modellstadt. Verglichen mit anderen Metropolen ist
es relativ klein, überwältigend modern, tadellos sauber und gut organisiert. Die vielen Hotels, das Transport- und
Kommunikationssystem, die unzähligen Restaurants und Geschäften beeindrucken durch ihre Vielfalt und ihren westlichen Standart
. Hinter dieser Fassade verbirgt sich aber eine sehr asiatische Stadt, ein Mosaik von Menschen und Stimmungen des gesamten
Kontinents. Der rasanten Entwicklung der Stadt zum Trotz lasen sich aber auch heute noch kleine Flecken des alten Singapore entdecken, die die moderne Monotonie der Wolkenkratzer und Shopping-Centres aufbrechen.
Der Kern von Chinatownpulsiert mit dem geschäftigen Treiben der Händler, gelegentlich stößt man in einer Seitengasse auf die
Darbietung chinesischer Oper, und indische Wahrsager bieten ihre Dienste auf der Straße an. Im Monat Ramadan tauchen in der
Dämmerung malaiische Essstände neben den Moscheen auf, Gin Tonic wird wie seit eh und je auf der Veranda des Cricket Clubs
eingenommen, und kleine Oasen aus tropischem Wald und Mangroven bieten etwas Erholung vom Asphaltdschungel.
Singapur ist nur eine kleine Insel, die etwa 140 km nördlich des Äquators liegt. Die Inselrepublik umfasst etwa 600 km2 und
misst 42 km von Ost nach West und 23 km von Nord nach Süd. Sie hat ein tropisches Klima mit einer durchschnittlichen
Luftfeuchte von mehr als 90 Prozent und Temperaturen, die sich kaum über 31° C oder unter 24° C bewegen. Trotz des
Baubooms ist die Stadt erstaunlich grün mit vielen Bäumen und kleinen Parks. Abgesehen von ein paar der höchsten Gebäude
Südostasiens und einigen Hügeln ist Singapur flach! Kaum etwas auf der Insel ist höher als 15 m. Der 166 m hohe Bukit Timah bildet eine Ausnahme.
Dank ausgeklügelter Wasserableitungssysteme kommt es heute nur noch selten zu Hochwasser. Der Singapore River teilt das
Stadtzentrum. Die kolonialzeitlichen Regierungsgebäude und der Padang – der zentrale Platz der alten Kolonialstadt – liegen am
Nordufer umrahmt von den Überbleibseln der frühen Siedlungsgebiete der Inder, Araber und Malaien. Am Südufer liegt das
Hauptgeschäftsviertel mit Chinatown an seiner Westflanke. Die Mündung des Flusses ist heute stark eingeengt, zum einen durch die neugebauten Hochhäuser des Raffles Place
, zum anderen durch große Landgewinnungen.
Hinter diesem Stadtkern liegen die Wohn- und Industrieviertel. Besonders aufgefallen sind mir die ausgedehnten Neubaugebiete
mit unzähligen Wohnblocks. Jedes bietet den Bewohnern gute Einkaufsmöglichkeiten, eine eigene Infrastruktur für Freizeit und
Bildung sowie sehr gute Verkehrsanbindung in das Zentrum durch die moderne Untergrundbahn (MRT = Mass Rapid Transit).
Die meisten Wohnungen sind heute in Privatbesitz, obwohl sie ursprünglich im öffentlichen Wohnungsbau realisiert wurden. Die
Gebiete machen zwar einen etwas monotonen Eindruck, aber das Positive ist, dass auch sie, wie überall in Singapur, weitgehend frei von Kriminalität sind.
Die stärkste Bevölkerungsgruppe mit 77% sind die Chinesen. Ihre Vorfahren kamen ehemals aus den südchinesischen Provinzen
oder aus Malakka. Die Malaien sind mit 14 % die zweitgrößte ethnische Gruppe, gefolgt von den Indern mit 7% Prozent.
Aufgrund der kolonialen Vergangenheit, der Handelstraditionen und der heutigen Bedeutung als regionalem Zentrum leben auch eine Anzahl Eurasier und ausländische Arbeitnehmer (2 %) aus der ganzen Welt in der Stadt.
Diese Vielfalt der Rassen, Religionen und Weltanschauungen spiegelt sich am deutlichsten in Singapurs Reichtum an Festtagen und
Traditionen wider. 29 % der Einwohner sind Taoisten, 27 % Buddhisten, 15 % Muslime, 11 % Christen, 4 % Hindus und 14 % gehören einer anderen oder keiner Religion an
Die Bevölkerungsdichte ist mit 4200 Menschen pro km2 (!) eine der höchsten der Welt.
Shopping in Singapur
Eine nationale Sucht für die Einwohner Singapurs ist neben dem Essen das Einkaufen bzw. Shopping. Aber auch in Singapur
haben Designernamen ihren Preis. Viele der glitzernden Shopping-Centres sind überfüllt mit exklusiver Mode, mit Schmuck und
anderem mehr. Die Orchard Road wird nicht umsonst als „Laufsteg“ bezeichnet, denn an Wochenendnachmittagen ist dies der
Ort, wo man seine neuesten Designerjeans und die Markenhandtasche ausführt Trotzdem ist Singapur nicht mehr das Mekka des
billigen Einkaufs, wie viele Touristen meinen. Viele Preise sind durchaus vergleichbar mit jenen in London, New York oder
Sydney. Dennoch ließen es sich einiger unserer Mitreisenden nicht nehmen mit einem fast leeren Koffer anzureisen um sich dort – und später auch in Hongkong und Bangkok – neu einzukleiden.
Hinflug – Freitag, 18.10.96
Am 18.10.1996 begannen wir, mein damaliger Ehemann und ich und weitere 27 Personen, unsere Erlebnisreise „Best auf Asia“, die wir schon im April 1996 bei Meiers Weltreisen
gebucht hatten und die gleichzeitig unsere Silberhochzeitsreise war (Bemerkung am Rande: Inzwischen sind wir geschieden).
Wir fuhren mit der Deutschen Bundesbahn von Bielefeld zum Frankfurter Flughafen, wo wir ca. 1 Stunde vor dem Abflug
eintrafen und unsere Koffer aufgaben. Unser Reiseleiter, Herr Alexander Kunze, sollte eigentlich schon dort sein und uns
empfangen, aber von ihm war weit und breit nichts zu sehen. Erst als der Flug das 2. Mal aufgerufen wurde, kam er endlich. Er war im Verkehr steckengeblieben.
Alexander bat uns gleich zu Beginn der Reise ihn mit seinem Vornamen anzusprechen und zu duzen. Er befasste sich seit vielen
Jahren intensiv mit der Geschichte und Kultur Asien und hatte uns schon auf dem Hinflug einiges über diese faszinierende Region,
die uns nun erwartete, erzählt. Er begleitete uns die ganze Reise und blieb bei uns, bis wir wieder in Frankfurt gelandet waren.
Um 20.45 Uhr starteten wir mit Singapore-Airlines (Flug SQ 325) nach Singapur. Der Flug mit dem Airbus war ein
Nichtraucherflug und dauerte fast 13 Stunden. Nachdem wir unsere Reisegeschwindigkeit erreicht hatten, gab es ein kleines
Abendessen. Mein Ex-Ehemann schaute wohl nicht richtig hin, jedenfalls biss er in eine Chilischote. Als er seinen Irrtum bemerkte,
war es zu spät. Obwohl er sie sofort wieder ausspuckte brannte sein Mund höllisch und ihm liefen sogar die Tränen übers Gesicht. Die Reise fing ja schon gut an, dachte ich bei mir.
Nachdem das Essen wieder abgeräumt war, sahen wir uns einen Film an. Es war inzwischen schon Mitternacht (europäische Zeit
) und die Stewardessen brachten uns Kissen, ein paar Socken, eine Decke sowie eine Zahnbürste mit einer kleinen
Zahnpastatube. Ich war sehr müde und versuchte ein wenig zu schlafen, was mir jedoch nicht richtig gelang.
Ankunft Singapur – Samstag, 19.10.96
Ich habe zwar ein paar Stunden mit Unterbrechungen geschlafen, fühlte mich jedoch kein bisschen ausgeruht, als wir um 15.10 Uhr Ortszeit auf dem Changi International Airport
in Singapur landeten.
Der Changi International Airport liegt ca. 25 km südöstlich von Singapur. Schon in der Ankunftshalle am Flughafen war ich
von der Schönheit und Sauberkeit überrascht. Ich will damit nicht sagen, dass andere Flughäfen schmutzig oder unordentlich sind,
aber so etwas Schönes wie in Singapur habe ich bisher noch nie gesehen. Die Hallen waren mit Teppichboden ausgelegt, überall
gab es Shops, Restaurants, einen Brunnen mit Pflanzen und sogar einen Spielplatz für Kinder. Im ganzen Flughafengebäude ist das
Rauchen nicht gestattet (wie es überhaupt das Rauchen in der Öffentlichkeit in Singapur verpönt) und so war für die Raucher ein
spezieller Raum hergerichtet worden. Zu der Zeit hatte ich schon ein paar Jahre mit dem Rauchen aufgehört und brauchte mich nicht in den überfüllten Raum hineinzwängen.
Nachdem wir das Flughafengebäude verlassen hatten, schlug uns sofort die heiße und schwüle Luft der Metropole entgegen. Der
Bus, der draußen auf uns wartete, brachte uns zu unserem Hotel, dem Le Mèridien Changi, in der Orchard Road, welches nur 15 Minuten vom Flughafen entfernt liegt.
Das Le Mèridien Changi ist im Karree gebaut. Innen drinnen gab es eine riesige Halle mit je 2 gläsernen Fahrstühlen auf der
rechten und gegenüberliegenden Seite. Die Zimmer waren hervorragend ausgestattet und angenehm ruhig.
Da uns der Rest des Tages steht zur freien Verfügung stand, entschlossen wir uns zu einem Bummel durch die Orchard Road,
der berühmtesten Einkaufsstraße Singapurs. Ein Geschäft reihte sich an das andere und Menschenmengen drängten über die
Straßen. Es gab keine „normalen“ Fußgängerüberwege, sondern welche, die dreimal so breit waren wie wir sie kennen. Bei der Menschenmenge auf jeder Straßenseite war das auch verständlich.
In der Orchard Road standen mondäne Einkaufszentren dicht neben neu errichteten Hotels. Ähnlich wie im Bankenzentrum Singapurs, demShenton Way
, herrschte auch hier eine geschäftige Hektik, die uns zeigte, dass wir uns im bedeutendsten Finanz- und Handelszentrum Asiens befanden. Die Orchard Road ist neben Chinatown
der Hauptanziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Hier werden Konsumwünsche aller Art erfüllt. Es gibt viele hochwertige Güter zu kaufen, aber auch allerhand Nepp und
Ramsch. Unsere erste Tätigkeit bestand darin, die Travellercheques gegen Singapur-Dollar (S$) einzutauschen, was überhaupt kein Problem war. An jeder Straßenecke gab es dazu Möglichkeiten.
Es gibt in Singapur vier Amtssprachen: Englisch, Malaiisch, Mandarin und Tamil. Auch die Speisekarten sind in englisch und
chinesisch ausgezeichnet. Ich kann zwar etwas englisch verstehen, aber die Speisekarten konnte ich trotzdem nicht lesen.
Außerdem stand bei jedem Gericht auf der Karte das Wort „Chili“. Darauf hatte mein Ex-Mann nun überhaupt keinen Appetit mehr. Wo also gab es Gerichte, in denen kein Chili vorkam?
Als erstes schlenderten wir zum Singapore River, der nur ein paar Meter von unserem Hotel entfernt liegt. Dann sahen wir uns die
Metro-Station an. Auch hier war alles sehr sauber. Kein Krümelchen war zu sehen.
Wir waren schon ca. eine dreiviertel Stunde unterwegs und langsam plagte uns der Hunger, als wir plötzlich in der Ferne ein Schild
von Mac Donalds entdeckten. Nie wie hin, dachten wir. Hier brauchten wir keine Angst zu haben, ein falsches Gericht zu
erwischen! Hier würde es auch keine Verständigungsschwierigkeiten geben. Und so war es auch. Wir brauchten nur mit dem
Finger auf das bunte Bildchen zeigen und schon wurde uns gebracht, was wir haben wollten.
Es war das erste Mal in meinem Leben, und das ausgerechnet in Singapur, dass ich bei Mac Donalds gegessen hebe. In
Deutschland hatte ich mich immer geweigert dort reinzugehen, weil ich von dieser Art Essen nicht viel hielt. Aber was tut man nicht alles, wenn einem der Hunger quält und man in einem fremden Land ist.
Nachdem wir einigermaßen gesättigt waren, bummelten wir noch ein wenig durch die Einkaufsstraße. Zuhause hört man immer
wieder, dass man in Asien sehr günstig Kleidungsstücke einkaufen könnte. Also hatte ich nur wenige eingepackt, weil ich glaubte,
mich dort preiswert neu einkleiden zu können. Wie ich bald schon merkte, war das ein großer Irrtum. Die Sachen, die mir
letztendlich gefielen, waren nur Markensachen, die ich zum gleichen Preis in Deutschland kaufen konnte.
Trotzdem muß man die riesigen Einkaufsläden in Singapur einfach einmal gesehen haben. Sie sind sogar bis Mitternacht geöffnet
(hier gab es kein Ladenschlussgesetz wie in Deutschland) und es gab vor allen Dingen sehr viele technische Sachen wie Kameras,
Handys, CD-Spieler zu kaufen. Eigentlich hatten wir überhaupt nicht vor gehabt etwas zu kaufen. Doch dann entschlossen wir
uns spontan für eine CD, die mein Ex-Mann schon lange haben wollte und die es hier etwas günstiger gab.
In den Straßen Singapurs fiel mir besonders das korrekte Verhalten der Menschen an den Ampeln auf. Keiner wagte es bei Rot
über die Straße zu gehen. (Vielleicht weil er eine hohe Strafe riskierte?) Gewundert hat es mich, dass jeder Zweite mit einem
Handy am Ohr herumlief. Es schien wohl in Singapur das wichtigste Kommunikationsmittel zu sein.
Als Nächstes entschlossen wir uns das viel gepriesene Raffles Hotel anzuschauen. Es ist die „große alte Dame des Ostens“ und liegt in derBeach Road
. In der Nähe befindet sich das imposante Raffles-Shopping-Center und hinter dem House of Parlaments steht das Raffles-Denkmal.
Früher logierten im Raffles Händler und Reisende, die nach Eröffnung des Suez-Kanals 1869 vermehrt den wirtschaftlichen
Knotenpunkt Singapur aufsuchten. Schon nach zehn Jahren wurde das Gebäude um zweistöckige Flügel erweitert. Das
Hauptgebäude bzw. die Vorderseite wurde 1899 eröffnet. Das Hotel machte sich einen Namen mit gutem Service und Essen. Die
Gästeliste ist beeindruckend. Elizabeth Taylor, Rudyard Kipling, Somerset Maugham und Michael Jackson, ließen sich hier nieder
. Auch Charlie Chaplin schrieb sich 1933 ins Leder gebundene Gästebuch ein. Das Museum mit Erinnerungsstücken aus dem Raffles ist ein Muß für alle, die im „goldenen Zeitalter des Reisens“ schwelgen möchten.
1989 wurde das Haus für eine zwei Jahre dauernde Totalrenovierung geschlossen. Das Ziel war es, die Eleganz des Raffles der
zwanziger Jahre zurückzugewinnen. Dazu wurden ca. 50 000 Bäume, Sträucher und Blumen auf dem Gelände neu gepflanzt.
1991 wurde es dann wiedereröffnet. Mehr als 100 der ursprünglichen Einrichtungsstücke wurden restauriert und wieder in den Suiten und Wandelgängen platziert.
Schriftsteller, Schauspieler und Staatschefs - wer es sich leisten kann, für den gibt es in Singapur meist nur diese Adresse. Zimmer
werden hier nicht vergeben, es gibt nur Suiten, 103 sind es wie wir erfuhren. Diese haben aber ihren Preis: Unter 650 S$ ist kein
Quartier zu haben. Die Präsidentensuiten kosten 6000 S$ (!) pro Nacht. Zimmer, in denen sich einst berühmte Häupter wie der
Schriftsteller William Somerset Maugham zur Ruhe begaben, liegen preislich dazwischen. Wer darüber hinaus noch Geld übrig hat
, kann es in den 19 Restaurants und Bars oder 45 Geschäften und Boutiquen des Hotelkomplexes lassen.
Der Boden ist aus Teakholz, die Sofabezüge sind seiden. Flügeltüren führen auf die Terrasse mit Blick auf den mit Palmen
gesäumten Hof. Überall surren Ventilatoren in fünf Metern Höhe von den Decken. "Diskreten Luxus" nennt dies die Eigenwerbung.
Alexander hatte uns eindringlich darauf hingewiesen einmal den Singapore Sling zu probieren. Er ist ein Cocktail, der eng mit
Singapur verknüpft ist und seit 1915 serviert wird. Natürlich trinkt man ihn nicht in irgendeiner Bar, sondern in der Long Bar des Raffles Hotels.
Die Bar hat eine ganz tolle Atmosphäre und wir wären eigentlich gerne noch länger geblieben, aber es gab ja
noch so viel anderes zu sehen. Wir verlangten also die Rechnung und fielen fast vom Barhocker: die beiden Getränke kosteten uns 34 S$! Aber man gönnt sich ja sonst nichts J.
Wer den Singapore Sling einmal selbst zubereiten möchte, hier das Rezept:
3 cl Gin 1 cl Cherry Heering 1 Spritzer Bènèdictine D.O.M. 1 Spritzer Cointreau 1 Spritzer Angostura Limetten und Ananassaft zum Auffüllen
Alles im Shaker kräftig schütteln und ins Longdrink-Glas mit Eis seihen. Mit Limettensaft und Ananassaft auffüllen (es geht auch mit Soda). Garnieren mit Cocktailkirsche, Ananasstück und/oder Zitronenviertel.
Danach gingen wir vor den Haupteingang des Hotels, wo ein Diener in Uniform stand um die ankommenden Gäste in ihren dicken Wagen in Empfang zu nehmen.
Gegenüber dem Raffles, an der St. Andrew’s Road, liegt die St. Andrew’s Chathedral, die wir uns als nächstes ansahen. Diese
Kirche wurde 1861 errichtet und war das religiöse Zentrum der protestantischen Gemeinde in Singapur. Der Bau wurde seinerzeit
von indischen Zwangsarbeitern errichtet und man sagt, dass das absolute Weiß der Fassade von chunam – ein Gemisch aus Muschelleim, Eiweiß und Zucker – aus Madras herrührt, das in Indien oft verwendet wird.
Als wir wieder an unserem Hotel waren, gingen wir mit einigen Reiseteilnehmern noch kurz auf den Nachtmarkt in der BugisStreet (Bugis Village). Auch dies war ein Tipp von Alexander.
Von dem Besuch war ich jedoch enttäuschend, denn der Nachtmarkt bestand nur aus wenigen Verkaufsständen mit
Touristenkitsch sowie einigen Imbissständen mit Tischen. Die Speisen waren für diese Umgebung auch viel zu teuer. Für eine Frühlingsrolle wurden 10 S$ verlangt!
Die Verkaufstände waren lediglich in einer schmalen Straße untergebracht und an jedem Stand wurden Durians (Stinkfrüchte)
verkauft. Ich konnte mir denken, warum es verboten war, diese in Geschäften, Bussen, Taxen etc. mitzunehmen – der Geruch war einfach nicht auszuhalten.
An einem Verkaufsstand schaute ich mir ein paar Dinge an, obwohl ich nicht vorhatte, sie dort zu kaufen. Sofort war der
Verkäufer an meiner Seite und bedrängte mich fast, seine Ware zu kaufen.
Als ich bei dem überteuerten Angebot den Kopf schüttele, bekam ich beim Weitergehen noch nachgerufen, ich könnte auch zwei
Blusen auch zum Preis von einer bekommen. Ich winke ab und gehe weiter. Was er mir hinterher ruft, konnte ich leider (oder Gottseidank?) nicht verstehen.
Sonntag, 20. 10. 96
In der Nacht hatten wir gut geschlafen und fühlten uns trotz der Zeitumstellung einigermaßen ausgeruht. Am Morgen, nach einem
ausgiebigen Frühstück in der schönen Hotelanlage, gingen wir zu unserem klimatisierten Reisebus, der schon hinter dem Hotel auf
uns wartete und starteten zu unserer Stadtrundfahrt. Unterwegs hielten wir kurz an und unsere Fachreiseführerin stieg zu uns ein.
Sie war deutscher Herkunft, lebte schon seit vielen Jahren in Singapur und war mit einem Chinesen verheiratet. Sie erzählte uns während der Rundfahrt sehr viel über das Leben der Menschen in Singapur.
Bevor man in Singapur ein Auto kaufen kann, muß man zuerst einmal eine Lizenz beantragen, was lange dauern kann. Hat man sie
endlich in den Händen, muß sie auch noch alle paar Jahr erneut werden. Am besten beantragt man sie also gleich, wenn man die
Führerscheinprüfung bestanden hat. Oft ist die Lizenz so teuer wie das Auto selbst. Die Benzinkosten und auch die Zulassung sind
jedoch so teuer, dass sich ein Normalverbraucher kaum ein Auto leisten kann. Besonders begehrt sind die Nummernschilder mit
der Zahl 888 (die Chinesen sind sehr abergläubisch), denn sie sollen dem Besitzer Glück bringen.
Die Regierung erklärt die hohen Kosten so, weil sie möchte, dass die Luft in der Stadt sauber und die Straßen befahrbar bleiben.
So kosten auch Fahrten mit dem Privatwagen in die Innenstadt Gebühren. Lediglich Lieferwagen brauchen nichts bezahlen. Sie
haben auf dem Dach ein Licht, dass sich bei Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h dreht und im Inneren den
Fahrer summend warnt. Für Polizisten, die überall anzutreffen sind, ist es deshalb ein Leichtes, die Sünder sofort zu erwischen.
Ein Privatwagen ist auch kaum nötig, denn Singapur hat ein ausgezeichnetes Verkehrsnetz. Dieses wird durch die Einnahmen der
hohen Autosteuern immer weiter ausgebaut. Gleich am ersten Abend unserer Ankunft haben wir uns eine Metrostation angesehen.
Es waren keine Gleise zu sehen. Die Stationen sind voll verkleidet mit Metalltüren. Hier gab es keine Penner oder Bettler, keine bemalten Sitzbände, nicht einmal ein Krümelchen war auf dem Boden zu sehen.
Unsere Reiseleiterin meinte aus voller Überzeugung, dass Singapur die sicherste Stadt der Welt sei. Es gäbe wegen der hohen
Strafen so gut wie keine Kriminalität. Auch als Frau könnte man nachts alleine durch die Parks gehen, ohne das einem etwas passiert.
Vorschriften und Verbote in Singapur
Unsere Reiseführerin erklärte uns, dies läge u.a. an den vielen Vorschriften, Verboten und hohen Strafen in Singapur. Dann nannte
sie ein paar Beispiele: Der Kaugummiverzehr wird mit hohen Geldstrafen belegt und auch das Ausspucken in der Öffentlichkeit ist
verboten. Diese Zuwiderhandlungen werden sogar mit max. 1.000 S$ bestraft. Ein weiterer Verstoß, der mit 150 S$ bestraft wird
, ist, nach der Benutzung einer öffentlichen Toilette die Spülung nicht zu betätigen. Auch das Essen in öffentlichen Verkehrsmitteln ist verboten.
Das Rauchen in der Öffentlichkeit ist allgemein verpönt und in Bussen, in Fahrstühlen, im Theater, im Kino, in klimatisierten
Restaurants, in den Einkaufszentren und Behörden ebenfalls verboten. Bei Missachtung droht eine Strafe von 500 Singapur-Dollar
(S$). Ich habe während des Aufenthalts in Singapur auch niemals jemanden (auch keinen Touristen) mit einer Zigarette gesehen.
Besonders amüsant fand ich das nächste Beispiel: Wer in der Stadt eine Zigarettenkippe wegwirft und erwischt wird, muß nicht
nur die öffentlichen Parks saubermachen, er bekommt außerdem ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Ich bin ein Schmutzfing“ angezogen, damit jeder, der ihn sieht, gleich Bescheid weiß.
Ich habe zwar viele Personen gesehen, welche die Strassen und Parks säuberten, aber keinen mit dem erwähnten T-Shirt-Aufdruck.
Die oberste Parole der Regierung heißt: „Die Stadt bleibt sauber.“ Die Vorschriften und Verbote sind geschaffen worden, um das
alltägliche Leben besser regeln zu können. Handys sind übrigens nicht verboten und haben sogar unter der Erde Empfang, denn es klingelt ständig in unterschiedlichen Varianten.
Unser erstes Ziel war der Thian Hock Keng Tempel. Er ist Singapurs schönster und ältester Tempel. Er wurde 1841
fertiggestellt und ersetzte einen älteren Tempel, in dem sich chinesische Immigranten für ihre geglückte Ankunft aus Südchina
bedankt hatten. Bis 1880 lag der Tempel am Meer, danach wurde das Ufer aufgeschüttet und Neuland gewonnen.
Die Drachen an Dachkanten und Firsten dienen nicht nur der Dekoration, sie finden sich fast immer auf Tempeldächern und
symbolisieren die Kräfte von Yin und Yang. Yin ist weiblich, Yang ist männlich – durch das Zusammenspiel beider bleibt die Harmonie im Universum erhalten.
Weiter ging es zum Mandai-Orchideengarten. Er liegt nordwestlich des Zentrums in der Mandai Lake Road, gleich hinter der Orchard Road
und ist eine Attraktion. Die Orchideen wachsen hier seit 1951. Das Land wurde damals von zwei Blumenliebhabern gepachtet (John Laycock und Lee Kim Hong), die mit der Anpflanzung begangen. 1956 machten sie dann ein
Unternehmen daraus. Nach dem Tod von J. Laycock übernahm seine Adoptivtochter Amy Ede den Garten. Im Laufe der Zeit ist
das Areal auf 4 Hektar angewachsen und der Garten ist heute der größte auf der Insel. Millionen von Orchideenzweigen werden jährlich exportiert.
Der Garten, eigentlich sind es mehrere Gärten, liegt an einem Hang, auf dem sich ein Meer von Orchideen ausbreitet. Hier gibt es
einheimische, importierte und gekreuzte Arten. Trotz der großen Vielfalt haben alle Orchideen die gleiche Form – drei Kelch- und
drei Kronblätter, eines davon wird „Lippe“ genannt und hat eine besondere Form.
Die rosafarbenen und weißen Blüten der Vanda Miss Joaquim, der Nationalblume Singapurs, wachsen ebenso in zahllosen
Exemplaren wie manche andere Art, z.B. der zarte Frauenschuh und die fantastische Nachtfalter-Orchidee. Da einer meiner
Bekannten (Emmanuel Oyeniran) ein Orchideenliebhaber ist, wollte ich von fast jeder Pflanze ein Foto für ihn machen, was mir
jedoch nicht gelang, denn die Zeit dafür war – wie auf jeder Studienreise – viel zu kurz. Aber einige sehr schöne Exemplare habe
ich doch vor die Kamera bekommen und die Abzüge ihm zu seinem Geburtstag geschenkt.
Aber es gab in dem Garten noch mehr zu sehen, zum Beispiel die schönen Teichanlagen, die ebenfalls einen Besuch im Garten zu einen angenehmen Aufenthalt werden lassen.
Wieder im klimatisierten Bus ging die Fahrt weiter zum Mount Faber. Er ist nur 500 m hoch und es führt eine Seilbahn hinüber zu Sentosa-Island.
Die Insel selbst ist ein einiger Rummel- und Spaßplatz. Hier soll es alles für die Unterhaltung und Kurzweil.
Spielplätze, Unterwasserparks, Gärten, Museen, Golfplätze und und und geben. Leider hatten wir keine Zeit um mit der Seilbahn
hinüberzufahren. So konnten wir nur den herrlichen Ausblick von der Plattform hinüber auf den Hafen und das Wahrzeichen von Singapur, den Merlion, genießen.
Ein Chinese versuchte sein Taschengeld etwas aufzubessern, indem er den Touristen eine Boa um den Hals legte und dafür eine
kleine Spende erwartet. Als wir auf der Plattform standen hatte er sie gerade einer japanische Besucherin (Japaner sind überall auf
der Welt anzutreffen) um den Hals gelegt. Die andere zierte sich laut und rannte weg. Die dritte freute sich jedoch sehr und machte
lachend ein Foto. Auch mir wollte der Chinese, aber ich hatte ebenfalls kein Interesse dran (oder war es Angst?).
Wir hielten uns nicht lange dort oben auf, es gab ja noch mehr Interessantes zu sehen und am nächsten Morgen stand auch schon
der Weiterflug nach Hongkong an, was ich sehr schade fand.
Wir fuhren weiter nach Chinatown. Chinatown ist das kulturelle Herz der Stadt. Es umfasst rund einen Quadratkilometer und liegt um die South Bridge Road und zwischen
Maxwell Road und Singapore River. Die langen Jahre liebloser Bauweise und die nur kosmetischen Renovierungen haben natürlich ihre Spuren hinterlassen. Die authentische Atmosphäre des alten Chinatowns
ist daher nur noch in Ansätzen spürbar. Trotzdem bieten die zahlreichen bunten Tempel und das geschäftliche
Gewusel in den Läden, an den Verkaufsständen und auf der Straße einen Einblick in die Lebensweise einer vergangenen Epoche.
Hier im Chinatown Komplex kann vom Reisebügeleisen bis zum essbaren Vogelnest, vom handgeschnitzten Mah-Jong-Set bis
zum Taschenvideospiel nach kräftigem Handeln fast alles erstanden werden, was das Konsumentenherz begehrt.
In der Temple-, Pagoda- und Mosque-Street stehen noch einige der traditionellen Shop Houses und Coffee Shops. Im People’s Park Complex
werden Waren aller Arten angeboten. Auch Souvenirs dürfen natürlich nicht fehlen.
Ausgerechnet in der Mitte von Chinatown liegt der Sri Mariamman Temple. Ihn besichtigten wir als nächstes. Es ist Singapurs
ältester Hindu-Tempel und reicht an diesem Ort bis in das Jahr 1827 zurück. Der Bau bestand ehemals aus Holz und attap
(Blätter der Nipa-Palme) und wurde 1843 durch ein Backsteingebäude ersetzt. Der fantastische, ornamentale Eingang stammt von 1903. Er ist in südindisch-tamilischen Stil gehalten.
Für den Bau wurden extra Handwerker aus Indien nach Singapur geholt. Die Decken und Schreine erscheinen in den verschiedensten Formen und Farben. Der Tempel ist der Göttin Mariamman
gewidmet, in deren Macht es steht, Epidemien wie Cholera und Pocken zu heilen. Er ist immer noch ein Ort starker Religiosität. Jedes Jahr findet im Sri Mariamman Temple das Thimithi-Fest
statt, bei dem die Gläubigen vier Meter über glühende Kohlen laufen (!), um die Göttin zu verehren. Aber an
diesem Tag fand ein Wasserritual statt. Dazu war der ganze Tempelboden mit Wasser überschwämmt worden. Nicht nur deshalb,
auch in jedem anderen Tempel mussten wir unsere Schuhe ausziehen, was wiederum einige Mitreisende davon abhielt, ihn zu betreten.
Nachdem wir den Tempel verlassen hatten und wieder im Bus saßen, hieß es, dass wir nun zu einer Schmuckfabrik fahren
würden. Das ließ mich nun doch etwas sauer aufstoßen. Ich hätte stattdessen viel lieber weitere Sehenswürdigkeiten besucht, vor
allen Dinge, weil es morgen schon hieß Abschied nehmen von Singapur. Zuerst blieb ich auch draußen vor dem Bus stehen. Dann
kam ich mir doch etwas dumm vor und ging den anderen nach. Ehrlich gesagt kam ich mir wie auf einer Kaffeefahrt vor. Doch die meisten unserer Reisegruppe kannten wohl den Besuch einer Schmuckfabrik
auf der Rundreise. Sie waren überzeugt, hier sehr günstig Schmuck kaufen zu können. Ein Reiseteilnehmer aus dem Ruhrgebiet glaubte das wohl auch. Er machte seiner Frau eine
große Freude, indem er ihr eine Perlenkette im Wert von 6500 S$ kaufte. Ich war zwar von den Auslagen auch sehr angetan,
hatte aber keinesfalls vor ausgerechnet auf der Asienreise Schmuck zu kaufen. (Später, in Hongkong und Bangkok wurde ich dann doch weich, aber das wußte ich damals noch nicht.)
Etwas erschöpft von der Fahrt und den vielen Eindrücken die aus uns eingeströmt waren, kamen wir wieder im Hotel an. Wir
konnten uns etwas ausruhen, bis wir uns erneut am späten Nachmittag in der Eingangshalle des Hotels trafen um eine Rikscha-Fahrt nach Chinatown zu unternehmen.
Es war ein herrliches Erlebnis.
Zuerst gingen wir gemeinsam zu einem Sammelplatz, wo sehr viele Rikschas auf ihre Gäste warteten. Dann handelten Alex und
unsere Reiseleiterin einen angemessenen Preis für uns aus.
Es war bestimmt ein lustiger Anblick, die ganze Horde auf den Rikschas zu sehen, aber zeitweise taten mir die manchmal recht
zart wirkenden Rikscha-Fahrer leid, da sie auch schwere Personen befördern und kräftig in die Pedale treten müssen.
In Chinatown wollten wir gemeinsam in einem chinesischen Restaurant zu Abend essen. An unserem Ziel angekommen, kam uns
schon der Restaurantbesitzer freudestrahlend entgegen. Er begrüßte erst die Reiseführerin, die er von früheren Besuchen kannte,
und dann uns sehr herzlich. Bei diesem herrlich warmen Wetter bot es sich natürlich an, draußen vor dem Restaurant zu sitzen.
Rund um uns herum waren weitere Esslokale, die jedoch fast alle nur von Chinesen besucht waren.
Es gab ein typisch chinesisches Essen (ganz anders, als wir es aus den Chinarestaurants in Deutschland kennen!), was uns allen aber sehr gut mundete.
Wieder im Hotel angekommen, hieß es die wenigen Sachen, die wir erst gestern Nachmittag ausgepackt hatte, nun wieder
einzupacken. Schon um 9.15 Uhr am nächsten Morgen startet der Flieger nach Hongkong. Schade, sehr schade! Die Zeit dort war fiel zu kurz. Singapur hat mir sehr gut gefallen.
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Diesen Reiseführer habe ich vor Antritt meiner Reise erhalten. Ich fand ihn handlich und sehr übersichtlich. Besonders gut gefallen hat mir der große
Stadtplan. Einige Passagen aus diesem Reiseführer habe ich in meinen Text eingebaut.
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Dieser Stadtführer enthält einen handlichen Stadtplan, der alle Sehenswürdigkeiten enthält und übersichtlich gegliedert ist. Sie erfahren etwas über die
Geschichte von Singapur und es werden ausgewählte Touren vorgestellt. Außerdem enthält er schöne Bilder und auch Toptipps. Für einen Kurztripp auf jeden Fall empfehlenswert.
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