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Angelerlebnisse 2007
Teil 3
Angeln unter Extrembedingungen Rockenau am Neckar vom 26.05. bis 10.06.2007 Teil 2
Fortsetzung von Angelerlebnisse 2007 Teil 2
Nun sind es nur noch 6 Tage bis zu unserer Abreise, ging es mir am nächsten Morgen (05.06.) durch den Kopf und wir haben bisher nichts Besonderes gefangen.
Nach der obligatorischen Tasse Kaffee erwischte ich mich dabei, wie ich am Ufer stand und auf das Wasser schaute. Ich suchte nach Anzeichen, die verrieten, dass es dort irgendwo Fische geben würde. Aber es gab
keine. Jedenfalls sah ich nichts. Es war einfach zum Heulen. Ein einsamer Kormoran in seinem glänzenden schwarzen Gefieder flog über dem Wasser. Ob auch ihm zum Heulen zumute war, weil sich keine Fische blicken
ließen? Frustriert ging ich zurück auf den Balkon und steckte mir eine Zigarette an. Ein Trost, dass wenigstens die Sonne schien. Und warm war es mit 25° C auch. Doch richtig trösten konnte mich das nicht. Seit 3
Tagen kam der Wind aus Nord-Ost. Ob es wohl auch daran lag, dass die Fische nicht beißen wollten? Irgendeinen Grund musste es doch geben!
Mittags fuhren wir noch einmal „Zur Sonne“ und ließen uns eines der köstlichen Schnitzel munden. Nachmittags zog sich der Himmel wieder zu. Ich, die sonst so verrückt aufs Angeln war, blieb auf dem Balkon
sitzen, während Achim zum Ufer ging. Wozu sollte ich mir die Mühe machen und meine Sachen ans Ufer tragen, wenn die Fische sowieso nicht beißen. Da widmete ich mich lieber meinem Sudoku oder las im Roman weiter.
Es verging keine halbe Stunde, da meldete sich Achim übers Walkie mit den Worten: „Ich hatte schon 5 Meldungen. Gerade habe ich kurz vorm Kescher eine dicke Brasse verloren. Die Fische beißen langsam wieder. Es ist
auch kaum noch Strömung.“ Diese Worte ließen in mir neue Hoffnung aufkeimen. Ich antwortete, dass ich auch gleich kommen würde. Flink zog ich mich um und ging in den Angelkeller. Wie schön, Achim hatte meine
Sachen schon zum Angelplatz getragen. Er hatte also damit gerechnet, dass ich später nachkommen würde. Als erstes steckte ich zwei Maden und ein Maiskorn auf den Haken, dann warf ich die Feederrute in die Mitte
des Flusses. Gespannt wartete ich auf einen Biss. Aber es tat sich nichts. Ich hockte vielleicht eine gute Stunde auf meinem Stuhl und schaute immer wieder auf die Rutenspitze, als Achim mit einem Ruck aufstand,
seine Rute in die Hand nahm und anschlug. „Schatz, was ist? Hast du einen Biss?“ „Ja. Gib mir schon mal den Kescher.“ Einen Moment später lag ein Döbel von 22 cm in ihm. Dieser Fang spornte mich wieder an.
Ich machte nun auch noch die Rhino-Rute fertig. Auf den 4er Haken steckte ich mindestens 10 Dendrobena. Vielleicht, so hoffte ich, fing ich ja endlich mal einen Wels. Genau wegen der Welse waren wir ja schließlich
wieder an den Neckar gefahren. Im letzten Jahr hatte ich mit einem Wurmbündel mehrmals einen gefangen. Während meine Köder im Wasser ruhten beobachtete ich wie ein paar Fische aus dem Wasser sprangen. Es sah so
aus, als wenn sie langsam wieder munterer würden. Mein Herz hüpfte vor Freude. Endlich! Endlich stimmten die Verhältnisse wieder.
Da die Fische sich für Maden nicht interessierten, wechselte ich das Vorfach und montierte nun einen Fischfetzen an den Haken.
Achim hatte am Haken seiner Feederrute auch keine Maden mehr. Stattdessen hatte er ein Tauwurmbündel drauf. Es dauerte auch nicht
lange und es bimmelte kräftig an seiner Rhino-Rute. Sofort stand er auf und ging zu seiner Rute, um im passenden Moment anschlagen zu
können. Doch es herrschte wieder absolute Ruhe. Als er sich gerade setzten wollte, ertönte erneut das Glöckchen.
„Verflixt. Wollen die mich verarschen“, meinte er und wandte sich wieder seiner Rute zu. Als Achim nach einer Weile den Köder reinholte stellte er fest, dass alle Würmer weg waren!
„Das ist zwar nicht schön, aber es zeigt uns doch, dass die Fische wieder beißen. Mach neue dran und wirf wieder aus“, tröstete ich ihn.
Mehrmals beköderten wir die Haken neu, aber wir bekamen keinen Fisch zu haken. Enttäuscht packten wir gegen 21 Uhr unsere Sachen
ein. Wenn sich bis jetzt nichts getan hat, so dachte ich, wird sich später bestimmt auch nichts mehr tun.
Was das Wetter betraf gefiel mir der Urlaub. Morgens (06.06.) um 8.30 Uhr waren es schon 25 ° C und ein strahlend blauer Himmel
begrüßte mich. Der Wetterbericht meldete, dass es sogar noch heißer werden würde. Hoffentlich nicht gleich wieder so heiß, dass das Angeln keinen Spaß machte!
Ich vertrödelte den Vormittag mit Lesen und Sudoku auf dem Balkon. Zwischendurch juckte es mir zwar in den Fingern eine Rute in die
Hand zu nehmen, aber ich blieb eisern. Gegen Mittag fuhren wir wieder mal nach Zwingenberg um neue Köder zu holen. Dann kauften
wir in Eberbach ein paar Lebensmitteln ein und einen neuen Kasten Hefebier. Bei der Hitze war der Durst sehr stark. Wir blieben bis 16
Uhr auf dem schattigen Balkon sitzen, dann hielt es Achim dort nicht mehr und er brachte seine Angelsachen ans Ufer. Als ich eine halbe
Stunde später kam, erzählte er mir, dass er mehrere Meldungen gehabt hatte und ihm schon wieder eine dicke Brasse direkt vorm Ufer vom Haken gegangen sei.
Ich steckte meine Ruten zusammen, beköderte sie und warf aus. Ab und zu schaute ich zur Rutenspitze, aber da tat sich nichts. Ich
beobachtete ein Libellenpaar bei ihrem Hochzeitsflug. Sie machten eine Bruchlandung auf einem Seerosenblatt links von mir. Grinsend
schaute ich wieder zur Spitze meiner Feederrute. Da! Da war doch was! Und wieder. Etwas zupfte an meinen Maden. Sofort nahm ich
die Rute hoch, schlug an und drillte nach einer endlos langen Woche endlich wieder einmal einen Fisch. Es war zwar „nur“ eine kleine
Barbe, die sich über die Maden hergemacht hatte, aber ich war überglücklich. Ich hatte einen Fisch gefangen!
Achim hatte an diesem Tag mehr Glück als ich. Erst fing er eine Laube, dann folgte eine dicke Rotfeder. Und als wenn das nicht genug wäre, folgten noch ein schöner Aal und ein kleiner Zander.
Ich wollte mir unbedingt das Fußballspiel Deutschland : Slowakei anschauen und ließ Achim, der inzwischen im Angelrausch war, alleine
zurück. Übers Walkie meldete ich ihm ab und zu den Spielstand. Es war ein interessantes und auch spannendes Fußballspiel. Mit dem
vorherigen gar nicht zu vergleichen. In der Halbzeitpause packte auch Achim seine Sachen zusammen um sich die zweite Spielhälfte anzuschauen.
Während des Spiels sagte Achim zu mir: „Erinnere mich daran, dass ich, bevor wir schlafen gehen, die Pumpe am Köderfischeimer ausmache.“ Das tat ich selbstverständlich auch.
07.06. Fronleichnam
Die ganze Nacht hatte mich eine dreiste Fliege geärgert. Gegen 7 Uhr war ich es leid und stand auf. Gerade an diesem Morgen hätte ich gerne länger geschlafen. Aber das Vieh war sehr aufdringlich.
Als ich mit einer Tasse Kaffee in der Hand auf den Balkon trat, schlug mir eine schwüle Hitze entgegen. Musste es denn immer gleich so
krass sein? Entweder war es regnerisch und kühl oder aber gleich bullig heiß. Verdammt, in diesem Urlaub klappte aber auch gar nichts.
Als ich gegen 8.30 Uhr aufs Thermometer schaute zeigte es schon 27° C an. Erbarmungslos brannte mir die Sonne auf den Rücken und
ich entschloss mich ans Wasser zu gehen, weil es dort schattiger und dementsprechend kühler war.
Dort angekommen überlegte ich, ob ich meine Ruten holen soll. Doch wohin sollte ich die Köderfische tun, falls etwas beißen würde,
überlegte ich. Der Köderfischeimer stand im Keller und in ihm schwamm der Aal. Töten und ausnehmen wollte ich den Aal auch nicht. Schließlich war es ja Achims Fang.
Ach, es würde ja sowieso kein großer Fisch beißen. Entschlossen ging ich in den Keller und brachte meine Angelsachen zum Ufer. Ich
angelte erst einmal nur mit der Feederrute. Ab und zu machten sich ein paar Fische bemerkbar, die sich an den Maden zu schaffen
machten. Aber jedes Mal wenn ich anschlug, hakten sie nicht. Verdammtes Angeln! Verdammte Fische! Überhaupt war alles zum Verfluchen.
Da sich auf der Feederrute nichts tat, hatte ich nach einiger Zeit auch noch die Rhino-Rute mit einem Wurmbündel am Haken ausgeworfen.
Es ging schon fast auf 12 Uhr zu, als sich Achim übers Walkie meldete. Er sagte mir, dass er nach dem Duschen zu mir kommen würde.
Spaßeshalber antwortete ich ihm, dass der das Walkie mit ins Bad nehmen solle, damit ich ihn um Hilfe bitten könnte, falls ich sie benötigen würde.
Keine Viertelstunde später bimmelte das Glöckchen an der Rhino-Rute. Zuerst dachte ich, dass wieder eine von den Rauchschwalben,
die ständig über dem Wasser nach Mücken jagten, bei ihrem riskanten Flug an die Schnur gestoßen sei. Doch dann setzte das Bimmel
erneut ein. Und es wollte einfach nicht aufhören. Als ich aus meinem Stuhl aufstand raste mein Puls. Ich schaltete den Freilauf aus, nahm
die Rute hoch und schlug an. Sofort spürte ich, dass am anderen Ende ein großer Fisch hing. „Lieber Gott, lass es kein Aal sein!“ betete
ich. Ich hätte nicht gewusst, wo ich den hin tun sollte. Kurz vorm Ufer erkannte ich, dass es kein Aal sondern ein Döbel war, der sich meinen Köder geschnappt hatte. Und was für einer!
Als ich den Fisch gelandet hatte, zitterten meine Beine. Ich griff zum Walkie und berichtete Achim von meinem Fang. Er stand schon in
der Dusche und wollte gerade den Wasserhahn aufdrehen, als ich mich meldete. Es dauerte keine 3 Minuten und er war mit der Kamera in der Hand bei mir.
„Glückwunsch, mein Schatz. Das hast du gut hingekriegt.“ „Wenn du wüsstest, was für eine Angst ich hatte, dass ich einen Aal gefangen hatte. Schließlich ist der Köderfischeimer mit deinem Aal noch im Keller.“
„Stimmt. Aber was meinst du, was gestern Abend passiert ist? Ich ging noch vor dem Schlafengehen in den Keller um die Pumpe
auszustellen. Doch statt im Eimer zu sein liegt der Aal auf den Fliesen. Er hatte sich klammheimlich aus dem Eimer geschlängelt. Auch der
Haken mit dem Vorfach steckte nicht mehr in seinem Maul. Wenn die Kellertür offen gewesen wäre, wäre er sicher Richtung Neckar verschwunden.“
Kaum war Achim wieder in die Wohnung gegangen, fing ich noch einen Fisch. Eine kleine Laube hatte sich die Maden schmecken lassen.
Inzwischen war es noch heißer geworden und auch am Ufer fand ich kein schattiges Plätzchen mehr. Ich holte die Ruten rein und steckte
sie in die Rutenhalter. Dann ging ich zu Achim, der auf den Balkon saß und die Zeitung las.
Wir entschieden uns erst nach 17 Uhr ans Wasser zu gehen, denn am Ufer war es ebenfalls höllisch heiß. Ich hielt es gerade mal 30
Minuten aus, dann brannten meine Schultern so sehr, dass ich mich wieder auf den Balkon verzog. Als ich nach weiteren 30 Minuten
wieder zum Angelplatz ging, zeigte das Thermometer 30° C an! Trotz der brütenden Hitze beißen die Fische. Ein weiterer kleiner Döbel und ein Kaulbarsch gingen mir an den Haken.
Achim blieb den ganzen Tag ohne einen Fang. Gegen 22 Uhr brachten wir unsere Angelsachen in den Keller und genehmigten uns auf dem Balkon noch ein kühles Hefebier bevor wir schlafen gingen.
Die letzten beiden Urlaubstage lagen vor uns. Als ich Freitagmorgen (08.06.)aufstand war es wieder sehr heiß. Am Tage zuvor habe ich
mir meine Füße, Beine, Schultern und den Nacken verbrannt. Die kühle Dusche half nur für kurze Zeit den Schmerz zu lindern.
Nachdem ich zwei Tassen Kaffee getrunken hatte, ging ich an den Angelplatz. Dort war es noch angenehm kühl. Ich beobachtete eine
Zeit lang die Rauchschwalben bei ihren kunstvollen Flügen dicht über der Wasseroberfläche. Die ersten Tage haben sie dabei sehr oft unsere Angelschnüre berührt. Aber das legte sich dann.
Am gegenüberliegenden Ufer sah ich einen Fischreiher. Er sah mich bestimmt ebenfalls, ließ sich aber beim genüsslichen Fressen nicht
stören. Mit seinen langen Beinen wanderte er ein paar Mal hin und her, blieb an der gleichen Stelle stehen, wo sich viele Brutfische
aufhielten und stieß mit seinem langen Schnabel wieder nach den Fischen. Mit seinen Grautönen, die in der Sonne silbern leuchteten, sah er prächtig aus. Nach einer Weile flog er weiter.
Von links kam ein Kreuzfahrtschiff vorbei. Einige der Passagiere winkten mir zu. Ein Mann holte seine Kamera und fotografierte mich beim Auswerfen der Rute.
Um 10.30 Uhr hörte ich mit dem Angeln auf. Bis dahin hatte ich eine kleine Barbe und einen kleinen Döbel gefangen. Wenn auch nichts Weltbewegendes, aber immerhin etwas.
Gegen 12 Uhr fuhren wir noch einmal nach Heidelberg. Dieses Mal fuhren wir nicht links sonders rechts des Neckars entlang. In
Heidelberg hielten wir vor einer schönen alten Villa an und stiegen aus. Achim fotografierte das Wahrzeichen der Stadt auf der
gegenüberliegenden Seite. Das Schloss liegt ca. 70 m über dem Neckar am Hang des Königstuhls und gehört zu den schönsten Deutschlands heißt es.
Dann gingen wir noch kurz auf die Carl-Theodorf-Brücke. Mit neun Bogen überspannt die Brücke aus rotem Sandstein den Neckar. Vor
6 Jahren, also 2001, wurde die Alte Brücke in den World Moments Fund, die Liste der 100 am meisten gefährdeten Denkmäler der Welt, aufgenommen.
Nachdem wir ein paar Fotos gemacht hatten fuhren wir in die Altstadt. In einer Tiefgarage stellten wir das Auto ab und schlenderten in schweißtreibender Hitze durch die Straßen.
Unser Weg führte unter anderem an der Heiliggeistkirche entlang. Sie wurde 1239 das erste Mal geschichtlich erwähnt.
Trotz der Hitze zwängten sich sehr viele Menschen durch die Straßen. Überall vor den Häusern waren Tische und Stühle aufgestellt.
Bevor wir nach Rockenau zurück fuhren setzten wir uns in ein Straßencafe erfrischten wir uns bei einem Getränk. Die ausgiebige
Besichtigung dieser schönen Stadt haben wir uns für unseren nächsten Urlaub aufgehoben, in der Hoffnung, dass es dann nicht so
drückend heiß ist. Oder aber aus allen Kübel gießt, wie bei unserer ersten Fahrt nach Heidelberg.
Als wir gegen 16 Uhr zurück waren duschte ich erst einmal und legte mich nackt aufs Bett. Trotz der drückend schwülen Luft schlief ich
sofort ein. Der Bummel in Heidelberg hatte mich platt gemacht. Ich erwachte erst wieder als Achim ins Schlafzimmer kam und seine Angelsachen anzog.
„Schatz, wie spät ist es inzwischen?“ fragte ich ihn noch etwas müde. „Gleich halb sieben. Ich gehe ans Ufer und angle ein bisschen.“
Ich fühlte mich immer noch schlapp und antwortete, dass ich vorerst auf dem Balkon bleiben würde. Nachdem ich meine Geister mit zwei
Tassen starken Kaffee geweckt hatte, nahm ich mein Buch, ging zu Achim und setzte mich auf die Holztreppe am Ufer. Achim dachte
wohl ich würde auch angeln wollen, denn er hatte meine Angelsachen schon mitgenommen. Aber ich hatte keine Lust. Erst als ich
mitbekam, dass sich die Fische an Achims Köder labten, bekam ich auch wieder Lust aufs Angeln. Zuerst warf ich die Feederrute aus,
etwas später dann auch noch die Rhino-Rute. Achim war sehr genervt, denn ständig fraßen ihm die Fische die Würmer vom Haken. Auch an meinen Ruten hatte ich ständig Meldungen, ohne dass ein Fisch hakte.
Es war schon 22 Uhr vorbei, als das Glöckchen an meiner Rhino-Rute bimmelte und sofort Schnur von der Rolle gezogen wurde. Ich
holte meine Kopflampe heraus, denn es war schon recht dunkel. Dann ging ich zur Rute, schaltete den Freilauf aus, nahm sie aus dem Rutenhalter und schlug kräftig an. „Was ist? Hast du einen dran?“ fragte Achim.
„Ja, aber das scheint nichts Großes zu sein. Obwohl ja Schnur ging“, antwortete ich. Vorsichtig drillte ich den Fisch zum Ufer. Ich musste
aufpassen, dass der Fisch, sollte es ein Aal sein, sich nicht in der Steinschüttung am Ufer verstecken konnte. Das taten sie nämlich
besonders gerne. Aber es war kein Aal, der sich den Köder geschnappt hatte. Ich hatte einen kleinen Wels gefangen. Der erst Wels in diesem Urlaub!
„Das gibt’s doch gar nicht! Ich habe einen Wels gefangen“ jubelte ich.
„Herzlichen Glückwunsch, mein Schatz. Nun hast du ja doch noch deinen Wels bekommen.“ Ab und zu bimmelte auch das Glöckchen an Achims Rhino-Rute. Aber immer wenn er anschlug hing kein Fisch am Haken. Dafür waren
die Würmer ständig abgefressen. Achim schimpfte und fluchte. Doch eine halbe Stunde nach meinem glücklichen Fang konnte Achim
endlich seinen Würmerräuber haken. Wieder einmal war es ein Döbel, der sich über die Köder hergemacht hatte. Und dabei hätte ich Achim auch so gerne einen Wels gegönnt.
Als wir an diesem Abend zu Bett gingen waren wir beide glücklich. Nur schade, dass das unser letzter Angeltag gewesen war, denn am
anderen Tag (Samstag) mussten wir bis Mittags unsere Angelkarten zurückgegeben haben.
Die ganzen Nächte zuvor hatte ich nicht so gut und lange geschlafen wie in dieser Nacht. Erst gegen 9 Uhr stand ich auf. Ich war noch gar
nicht richtig wach, da entschied ich mich sofort zum Angeln zu gehen. Bis zum Mittag bestand ja noch die Gelegenheit, dann mussten die Angelscheine und das Fangbuch zurückgegeben werden.
Wie immer wurden die Würmer vom Haken bezogen, aber kein Fisch biss an. Gegen 11.30 Uhr hörte ich mit dem Angeln auf, weil wir nach Zwingenberg fuhren. Zurück in Eberbach kauften wir zuerst für Frau Weis
einen Blumenstrauß, dann setzten wir uns in eine Eisdiele und aßen genüsslich einen großen Eisbecher mit viel Sahne.
Als wir wieder in der Wohnung waren ging ich noch einmal ans Ufer. Meine Angelsachen standen dort noch und vielleicht, so hoffte ich,
biss ja doch noch ein großer Fisch. Als in der Ferne ein Gewitter aufzog, packte ich meine Sachen und brachte sie zu Achim, der schon darauf wartete, mein Auto zu beladen.
Morgen hatte der Wetterbericht für den Nachmittag ein schweres Unwetter mit Hagel vorausgesagt. Achim fuhr daher meinen Wagen aus der Garage und stellte das Cabrio hinein.
Kurz nachdem alle Angelsachen im Auto verstaut waren, bezog sich der Himmel. Ein Sturm kam auf und wenige Minuten später war das angekündigte Unwetter da.
So schnell wir konnten schafften wir alles was auf dem Balkon stand, ins Wohnzimmer. Unmengen an Regen ergossen sich aus dem
Himmel. Zwischendurch verwandelte sich dieser in Hagel. Der Wind wurde zum Sturm und blies so heftig, dass wir Mühe hatten die
Balkontür zu schließen. Im Badezimmer, wo das Fenster gekippt war, sah es wie in einem Laubwald aus. Kurz darauf herrschte totale Dunkelheit.
„Bin ich froh, dass wir mit dem Autobeladen fertig sind“, sagte ich zu Achim. Der ganze Spuk dauerte vielleicht eine halbe Stunde, dann
war der Sturm vorbei. Innerhalb dieser kurzen Zeit waren mehr als 60 l auf den qm gefallen! Und die Temperatur war um 10 ° C gesunken.
Als Achim sich wieder auf den Balkon traute sah er Bernd Weis unten stehen. Er erwähnte, dass ihn der Nachbar angerufen und
mitgeteilt hätte, dass dessen Keller unter Wasser stand. Bernd öffnete vorsichtig die Kellertür. Ein Schwall dreckiges Wasser kam ihm
entgegen. Der Keller stand gut 30 cm unter Wasser! Achim hatte seine Gummistiefel schon im Auto. Daher zog er sich seine Turnschuhe
an und half Bernd das Wasser aus dem Keller zu pumpen und ihn vom Schlamm zu reinigen. Ich war heilfroh, dass wir unsere Angelsachen nicht mehr im Keller hatten!
Nach einer Stunde hörte es endlich auf zu regnen. Durch die Wassermassen war der Neckar wieder ein wenig gestiegen. Bäume und
Felsbrocken waren auf Straßen und Bahnschienen gestürzt, Feuerwehr, Polizei und Bauhof waren pausenlos im Einsatz.
Hier 2 Pressemeldungen von diesem Unwetter: Umgestürzte Bäume blockierten S-Bahn und Straßen - Hilfskräfte im Dauereinsatz
Enorme Sturmschäden im Stadtwald - Gefahren für Waldbesucher
Irgendwie war ich froh, dass wir am nächsten Morgen nach Hause fuhren. Der Urlaub war ganz anders verlaufen, als ich es mir vorgestellt hatte. Nun hatte ich nur noch einen Wunsch:
Möge unser Urlaub im August in Windorf an der Donau, jedenfalls was das Wetter und das Angeln betrifft, wenigstens etwas besser werden
Oerlinghausen, den 29.06.2007
Ja so sans die alten Anglersleut
Am 7. Juli 2007 feierten wir in unserem Vereinshaus am Sennesee Achims 51. Geburtstag.
Selbstverständlich hatten wir auch unsere Angelruten dabei. Während die Köder im Wasser lagen und wir darauf warteten, dass unsere
elektrischen Bissanzeiger einen großen Fisch am Haken meldeten, saßen wir auf der Terrasse und ließen es uns bei einem frisch gezapften Hefebier und diversen anderen Getränken gut gehen.
Abends, wir hatten gerade unsere Mägen mit leckerem Grillfleisch gefüllt und ein kleines „Lagerfeuer“ angezündet, nahm unser Schwager
Willi seine Gitarre zur Hand. Bevor wir zusammen ein paar Lieder schmetterten, brachte er dem Geburtstagskind zuerst einmal ein
Ständchen. Unsere Töchter Annika und Heike sagen mit ihren zarten Stimmen nach der Melodie „Ja so sans die alten Rittersleut“ das neu kreierte Anglerlied „Die alten Anglersleut.“
Das Lied kam so gut an, dass uns vor Lachen die Tränen kamen.
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Die alten Anglersleut
Zu singen am Lagerfeuer nach der Melodie „Ja so sans die alten Rittersleut“
Refrain: Ja so sans, ja so sans, ja so sans die alten Anglersleut
Ja so sans, ja so sans, die alten Anglersleut
Am Sennesee, hier am schönen, hört man sie von Weitem dröhnen: Meiner ist ein Meter lang, man ist dass ein Superfang. Refrain
Hatte ein Angler mal Katarrh, oh das war nicht wunderbar, weil er sich kurz vor dem Biss, beim Husten in die Hose schiss. Refrain
Bricht dem Achim mal die Rute, Mensch was zieht der für ‚ne Schnute, Uschi gleich in Deckung geht, alles andere wäre eh zu spät. Refrain
Ein Angler kam mit seiner Braut, man hat die grausig ausgeschaut. Alle fragten wieso die? Na, die hat Würmer, fragt nicht wie! Refrain
Bei Regen macht das Angeln Spaß und man wird dabei auch noch nass, auch wenn wir im Sumpf versinken, nachher gibt’s doch was zu trinken. Refrain
Ein Angler wollte fischen gehn, am Ufer sah er ein Mädchen stehn. Zum Baden zog sie sich nackig aus, da kam sofort sein Wobbler raus. Refrain
Nun eines muss ich euch gesteh’n, ich hab schon viele Angler seh’n, die Liebsten, und das sind keine Flausen, sind Uschi und Achim aus Oerlinghausen. 2 x Refrain
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Den Fischen muss es wohl nicht so gut gefallen haben. Lediglich ein paar Rotfedern hörten andächtig zu bevor sie nach den Maden schnappten und im Kescher landeten.
Doch das störte uns nicht. Wir hatten jedenfalls großen Spaß – auch ohne großen Fang!
Oerlinghausen, den 13.07.2007
Ein verregnetes Wochenende am Orbkesee
Nach unserem Urlaub am Neckar waren wir erst einmal wieder angeln gewesen – vom Fischen an Achims Geburtstag an der Vereinshütte einmal abgesehen.
Ich wollte ja gerne wieder einmal an den Mittellandkanal oder an die Weser, aber bei der Entfernung und auch wegen der hohen
Spritpreise ließen wir den Gedanken fallen und fuhren an den Dalbker Teich. In den 6 Stunden, die wir dort verbrachten, fingen wir
jedoch lediglich ein paar Rotfedern und Barsche. Vielleicht klappt es ja einmal, dass wir dort nach Feierabend bzw. in den Abendstunden angeln.
Aber im Moment war unser Terminkalender mit anderen Veranstaltungen vollgepackt. Umso mehr freute ich mich, als wir das letzte
Wochenende im Juli nach Detmold fuhren. Dort an der Orbke hatten wir schon in den letzten beiden Jahren ganz gut gefangen. Eigentlich
war es ja eine Jugendveranstaltung vom Dalbker Verein, aber wie schon in den letzten Jahren zuvor meldeten sich nur sehr wenige Kids
an. Dieses Mal war es sogar nur ein einziger! Wir vom Vorstand stellen die Überlegung an, ob wir diese Jugendveranstaltungen bei so
wenig Interesse im kommenden Jahr nicht ganz fallenlassen sollten. Immerhin bedeutet es für den Vorstand viel Planung und Rennerei bis
so ein Termin feststeht. Schade finde ich es, dass sich die Jungangler auch nicht dazu äußern bzw. keine anderen Vorschläge machen, wenn ihnen die Angebote nicht gefallen.
Achim und ich mussten am Freitag leider erst noch unsere Zeit im Büro verbringen, bevor wir zu den Anderen stießen.
Die Angelsachen hatten wir schon am Vorabend ins Auto geladen und so fuhren wir vom Büro nach Hause, zogen uns um, packten noch schnell die Lebendköder in eine Kühltasche und fuhren dann nach Detmold.
Das Wetter war den ganzen Sommer über nicht gerade freundlich. Wind, Wolken, Regen, Hagel, schweres Gewitter mit sintflutartigen
Regenfällen, dann wieder etwas Sonnenschein und manchmal sogar Temperaturen über 30° C wechselten sich ab. An einen beständigen Sommer konnte man nicht denken.
Anfang der Woche hatte der Wetterbericht gemeldet, dass es ab Mitte der Woche wieder sommerlich werden würde. Doch es kam –
natürlich – wieder einmal anders. Donnerstag war es tagsüber drückend heiß (28° C) und gegen Morgen schüttete es wie aus Eimern. Hinzu kam ein stürmischer Wind.
Gleich nach dem Aufstehen packte ich zwei ärmellose T-Shirts wieder aus und steckte dafür ein langärmeliges Sweatshirt und eine
Strickjacke in die Reisetasche. Regenjacke und –hose habe ich vorsichtshalber immer in meinem Angelrucksack. Und, da ich ja von
Natur aus ein Frostköttel bin, packte ich auch noch eine Wärmflasche für die Nacht ein, denn ich schlief in einem der Betten in der Hütte.
Achim schlief dagegen wieder in seinem Zelt und machte es sich in seinem kuscheligen Schlafsack gemütlich.
Als wir in Detmold ankamen war es trocken und bei relativ angenehmen Temperaturen. An dem Platz, wo ich die letzten beiden Jahre
gesessen hatte, hatte Thomas seine Angelruten im Wasser. Er hatte mir jedoch gleich den Platz daneben freigehalten. Wie sich später
herausstellte war es ein Platz, an dem kaum Fische bissen. Thomas dagegen kam kaum zur Ruhe, denn ständig hatte er einen Fisch am
Haken. Es sah so aus, als ob er dort schon seit einigen Tagen angefüttert hatte. Schließlich gehört er ja dem Heeper Verein an und hat
auch einen Schlüssel fürs Tor, um zum See zu gelangen. Wie auch immer, so bekamen wir auf jeden Fall etliche kapitale Fische zu Gesicht.
Ich fischte an allen drei Tagen mit einer Posenrute und zwei Balzer Feederruten (2,75 m und 3,90 m). Freitag, am späten Nachmittag,
bemerkte ich am meiner kürzeren Feederrute, an der ich eine Schwingspitze angebracht hatte, dass die Spitze ab und zu nach vorne
schnellte. Wenig später ging sogar etwas Schnur von der Rolle. Ich wartete einen Moment, schlug an und spürte gleich, dass ein Fisch
dran war, der sich meinen Wurmköder geschnappt hatte. Gespannt drillte ich ihn zum Ufer. Zwei Meter vorm Ufer sprang der Zander
aus dem Wasser, schüttelte sich und ließ dann seine Beute (es war ein kleiner Barsch, der sich das Wurmbündel geschnappt hatte) los.
Mit einem gewaltigen Platscher, der mir fast den Atem raubte, verabschiedete er sich. Völlig perplex stand ich am Ufer und konnte nicht
glauben, was sich da gerade vor meinen Augen abgespielt hatte. Aufgeregt rief ich: „Das gibt’s doch nicht! Da hatte sich ein Zander – und
das war kein kleiner – den Barsch geschnappt, der am Haken hing. So ein Mist, dass ich ihn nicht gekriegt habe.“ Kaum hatte ich den
Satz beendet stand Thomas neben mir. „Was hattest du? Einen Zander? Dann hättest du anschlagen sollen.“
„Witzbold!“ antwortete ich. „Der hatte sich meinen kleinen Barsch, der am 10er Haken hing, geschnappt. Wo sollte ich da wohl anschlagen?“
Bis zum Abendbrot, gegen 21 Uhr, tat sich bei mir nichts mehr. Als wir zusammen saßen erzählte Thorsten, dass er ein paar schöne fette
Aale gefangen hätte. Als ich ihm die Story von dem Zander erzählte, wurde er nervös. „Ich werde gleich auch versuchen einen Zander zu fangen“, antwortete er.
Zum Essen gab es Bratwürstchen und gegrilltes Fleisch, was allen sehr gut mundete. Als alle satt waren saßen wir noch einige Zeit zusammen.
Doch lange hielten es Christian, Dennis (unser Jungangler) und Thorsten nicht aus. Sie gingen schon bald wieder an ihre Angelplätze, denn nun wollten alle einen Zander fangen.
Wir anderen blieben bis kurz nach Mitternacht auf der Terrasse sitzen. Von dort konnten wir unsere elektronischen Bißanzeiger gut hören
– aber es tat sich (natürlich?) nichts. Etwas enttäuscht legten wir uns schlafen. Thomas und Achim versuchen schon seit Jahren im See
einen der großen Welse, die es dort geben soll, zu fangen. Ich selber hatte kein Interesse daran. Welse würde ich lieber in einem großen Fluss fangen.
Am anderen Morgen wurde ich erst gegen 9 Uhr wach. Als mir der Kaffeeduft in die Nase zog, stand ich auf. Am liebsten wäre ich
jedoch liegen geblieben, denn draußen schüttete es wie aus Eimern. Aber so bequem und kuschelig wie zuhause war das Etagenbett, in
dem ich die Nacht verbracht hatte, natürlich nicht. Etwas missmutig zog ich mir meine Regensachen an und ging zu meinen Ruten um sie
zu kontrollieren. Auf dem Weg dorthin fragte ich Thomas, ob er in der Nacht eine Meldung an meinen Ruten gehört hätte. „Nee, es war die ganze Nacht ruhig. Kein Fisch hat gebissen“, antwortete er.
Ich holte zuerst die Schwingspitzrute rein, an der ein kleiner Barsch hing. Dann holte ich die zweite Rute rein, und auch dort hing ein
Barsch am Haken. „He, Thomas! Von wegen, es hat keiner gebissen. An beiden Ruten hängt ein Barsch.“
Lachend zitierte Thomas den wohl allen Anglern bekannten Spruch: „Fängst du morgens einen Barsch, ist der ganze Tag im A…..“
Nach und nach trauten sich die anderen aus ihren Zelten und kamen durch den Regen zur Terrasse gelaufen, wo wir schon mit dem
Frühstück auf sie warteten. Keiner hatte in der Nacht einen Zander bzw. Wels gefangen. Doch etliche Aale und ein paar Schleien gingen an den Haken.
Gegen 9.30 Uhr klarte der Himmel etwas auf. Ich beköderte erneut meine Haken mit Dendrobenas und warf aus. Während ich auf eine
Meldung wartete las ich meinen Krimi weiter. Ab und zu bemerkte ich einen Zupfer an den Feederruten. Doch wenn ich sie reinholte war der Köder ab, aber kein Fisch dran.
Gegen Mittag hörte ich wie Thomas zu Heike sagte, sie solle ihre Posenrute mehr nach links in die Nähe des Seerosenfeldes zu werfen.
Thomas hatte den ganzen Morgen gut gefangen: Aale, Brassen, Rotfedern und auch Schleien. Kaum hatte Heike ihre Posenrute
ausgeworfen, schnappte sich die erste Schleie den Köder. „Juhu! Ich habe eine Schleie!“ rief sie mir zu. Fünfzehn Minuten später folgte die zweite und eine halbe Stunde später die dritte.
Langsam wurde ich neidisch auf sie, weil sich an meinen Ruten nichts tat. Zwischen den trockenen Momenten gab es immer wieder
Regenschauer, was meine Laune nicht gerade besserte. Nicht zum ersten Mal kam mir der Gedanke, dass wir Angler doch irgendwie
nicht alle Tassen im Schrank haben. Bei Kälte, Regen, Wind, Sturm aber auch bei sengender Hitze sitzen wir am Wasser und warten geduldig, dass uns ein Fisch an den Haken geht. Manchmal stundenlang!
Ich war gerade in meinen Krimi vertieft, als mich Heike mit ihrem Ruf „Ich habe einen Aal gefangen“ aufschreckte. Sofort lief ich zu ihr.
Gleich darauf war auch Thomas zur Stelle. Während ich ihren Aal fest umklammerte, versuchte sie ihm den Haken aus dem Maul zu
entfernen. Als es endlich geschafft war, setzte Thomas ihn zu seinen vier anderen in den Eimer.
Einen Aal wollte ich nicht unbedingt fangen, aber wenn schon nichts anderes biss, dann wäre auch der mir recht gewesen. Aber alle meine Mühe war vergeblich.
Einige Zeit später hatte Heike erneut einen Biss. Wieder war es eine Schleie, die sich das Madenbündel geschnappt hatte. Als sie ihre 6.
gefangen hatte kam sie zu mir und meinte: „Mutti, komm doch mit deiner Posenrute zu mir. Ich habe genug Schleien gefangen. Jetzt bist
du dran. Die beißen hier wie verrückt. Du musst nur den Stopper recht hoch stellen.“
Ich holte meine Posenrute rein und begab mich zu Heike Angelstelle. Den Stopperknoten stellte ich so hoch, dass der Köder fast 2 m im
Wasser lag. Gespannt wartete ich auf einen Schleienbiss. Kurz darauf biss tatsächlich einer an. Aber es war keine Schleie, sondern ein
Rotauge. Und auch der nächste Fisch war wieder ein Rotauge. Ich angelte noch eine weitere Stunde in der Nähe des Seerosenfeldes, aber ich hatte kein Glück.
Frustriert ging ich in die Hütte, holte Teller und Besteck raus und deckte den Tisch für Abendessen. Als ich Thomas zurief er solle den
Grill anzünden, antwortete er, dass er keine Zeit hätte, denn schon wieder hing an seiner Rute ein Fisch am Haken.
Wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich an diesem Wochenende sowieso keine große Lust zum Angeln gehabt – jedenfalls nicht bei dem scheußlichen Wetter.
Nach dem Abendessen blieben Thomas, Achim und ich auf der Terrasse sitzen und tranken ein Bier. Gegen 22.45 Uhr gingen wir in die
Hütte und schauten uns im Fernsehen den Boxkampf zwischen der Weltmeisterin im Fliegengewicht Regina Halmich gegen Wendy
Rodriguez an. Regina Halmich gewann ihn nach Punkten. Heike hatte sich schon während des Boxkampfes schlafen gelegt. Als er zu
Ende war legte auch ich mich ins Bett. Trotz der mitgebrachten Wärmflasche hatte ich in der Nacht gefroren. Als ich am anderen Morgen
aufstand fühlte ich mich überhaupt nicht erfrischt und ausgeschlafen. Ich hatte in der Nacht geträumt, ich wäre bei unserem Hausarzt
wegen Schmerzen in der Schulter gewesen (wohl vom vielen Drillen überlastet!) und während ich ihm meine Beschwerden schilderte, wurde ich immer heiserer, bis ich keinen Ton mehr raus bekam.
Auch an diesem Morgen regnete es wieder in Strömen. Inzwischen war die Temperatur noch mehr gesunken und es wehte ein teils
stürmischer Wind. Ich trank erst eine schöne heiße Tasse Kaffee, dann ging ich zu meinem Angelplatz. Alles sah ruhig aus. Trotzdem
nahm die Schwingspitzrute in die Hand und schlug vorsichtshalber an. Beim Drillen bemerkte ich, dass ich einen Fisch am Haken hatte.
„Hoffentlich ist es nicht wieder ein Barsch“, dachte ich. Aber es fühlte sich irgendwie anders an. Kurz vorm Ufer sah ich, dass ein Aal von
ca. 60 cm am Haken hing. Er muß wohl die ganze Nacht, jedenfalls viele Stunden, dort am Haken gehangen haben. Und Thomas, der ja
draußen schlief und aufpassen sollte, hatte wieder einmal nichts gemerkt! Als ich ihn aus dem Wasser hob gab es einen lauten Platscher –
und er weg war er! Ich war stink sauer! Da hatte ich ihn so vorsichtig gedrillt und fast schon am Ufer, da ging der Haken (dieses Mal war
es ein 14er mit Maden dran) vom Vorfach los und ich hatte das Nachsehen. Sch…. Angeln!!!
Achim wurde an diesem Morgen um 7.45 Uhr von seinem elektronischen Bissanzeiger aus dem Schlaf gerissen. Ein Raubfisch hatte sich
seinen Köderfisch geschnappt und zog ununterbrochen Schnur von der Rolle. Es dauerte eine weile bis er aus seinem Schlafsack
gekrochen war und seine Stiefel an hatte. Er schlug an und hatte auch für kurze Zeit Kontakt zu dem Fisch, aber dann.....nichts mehr, der
Räuber hatte den Köderfisch wieder ausgespukt. So erging es auch Christian und Thorsten, heftige Bisse und krumme Ruten, aber kein Räuber konnte gelandet werden.
Gegen 11 Uhr wollten wir unsere Sachen ins Auto packen. Doch der Regen hörte einfach nicht auf. Wir warteten noch 2 Stunden bis wir sie einpacken und den Weg nach Hause antraten.
Nun bin ich gespannt, wie wohl unser Urlaub an der Donau wird. Hoffentlich dieses Mal nicht so regnerisch. Und hoffentlich fange ich dann endlich einmal wieder „richtige“ Fische!
Oerlinghausen, den 01.08.2007
hier gehts weiter zum 4.Teil Angelerlebnisse 2007..........
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