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Achim Kluck

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Angelerlebnisse 2004

Teil 4

Achims folgenreicher Fang mit Hindernissen!

Da Montag Allerheiligen war, nutzten wir das lange Wochenende, um gleich an zwei Tagen in Minden zu angeln. Am Samstagmorgen entschieden wir uns an die Weser zu fahren, aber da das Wetter gegen Mittag noch recht trübe aussah, änderten wir unseren Plan und fuhren am Nachmittag an den Mittellandkanal.
Dieses Mal probierten wir eine neue Stelle aus. Wir parkten den Wagen ein Stückchen weiter als sonst, da wir uns an der „alten“ Angelstelle durch das ständige Dröhnen des Kühlgerätes etwas in der Ruhe gestört fühlten.
Es war zwar regnerisch, aber die Außentemperatur noch angenehm warm.
Wir, Heike, Achim und ich, saßen so weit auseinander, dass jeder von uns seine 3 Ruten bequem nach allen Richtungen auswerfen konnten.
Da wir auf Zander gehen wollten, hatten wir genügend eingefrorene Köderfische mitgenommen, die nun in der Kühlbox auf ihren Einsatz warteten.
Nachdem wir unsere Ruten mit den Ködern bestückt und aufgeworfen hatten, hieß es für uns alle geduldig warten, ob und wann sich wohl etwas tun würde.
Während es noch hell war, probierte ich immer wieder die verschiedendsten Köder (Rotwurm, Dendorbena, Tauwurm, Maden, Fischfetzen, ganzen toten Köderfisch) aus, aber es tat sich einfach nichts. Kein Barsch, kein Rotauge, nicht einmal eine Brasse interessierte sich für die Köder.
Vielleicht lag es daran, so überlegte ich, dass dieses Mal an meiner Angelstelle kein Schiff am gegenüberliegenden Ufer geankert hatte. Aus Erfahrung weiß ich, dass sich Zander gerne in der Nähe des Rumpfes verstecken.
Ein paar Stunden später, es war schon dunkel, kam Achim zu mir. Ich war schon ganz schön nöckelig, weil ich immer noch keinen Fisch, geschweige denn einen Zander, gefangen hatte.
„Vielleicht hätten wir heute doch besser an der Weser geangelt. Hier tut sich absolut nichts“, sagte ich zu ihm.
„Wart’s ab. Das kann noch kommen“, antwortete er.
„Wann? Es ist schon nach Zehn und bisher hat sich nichts getan. Ich bin ganz schön traurig. Jetzt sind wir das 4. Mal am Kanal und ich habe immer noch keinen Zander gefangen“ erwiderte ich.
„Nicht traurig sein, Schatz. Man fängt nicht jedes Mal, das weißt du doch.“
„Das musst du gerade sagen! Du hast das erste Mal gleich zwei und beim dritten Mal, als wir hier waren, auch einen Zander gefangen. Nur Heike und ich kriegen keinen an den Haken.“
Etwa eine halbe Stunde später hörte ich das Glöckchen an Achims Rute bimmeln.
„Das kann ja wohl nicht sein! Achim hat wieder einen Zander am Haken“, murmelte ich vor mich hin. Aber egal, hauptsache es tat sich endlich etwas! Sofort lief ich zu Achim. Während ich an Heike vorbei rannte, die zwischen uns beiden saß, rief ich ihr aufgeregt zu: „Komm mit. Achim hat einen dran.“
Sofort eilte Heike hinter mir her. Als wir bei Achim ankamen war er schon am Drillen.
„Hast du einen Zander dran?“ fragte ich ihn.
„Ich glaube schon. Der Fisch hat jedenfalls auf den eingefrorenen Köderfisch gebissen und er hat ganz schön Schnur genommen“ antwortete er, während er ruhig weiterdrillte.
Während wir Achim zuschauten, zog ein großer Lastkahn an uns vorbei. Als er in Höhe von Achims Rod Pod war, schrillten die elektronischen Bissanzeiger. Aber Achim hatte keine Zeit, sich um seine beiden anderen Ruten zu kümmern, denn zuerst musste er den Fisch ans Ufer drillen. Es dauerte nicht lange, und der Fisch war im Kescher. Es war tatsächlich ein Zander, zwar nicht sehr groß (55 cm und 1500 g), aber immerhin hatte einer gebissen. Und zwar auf ein handlanges eingefrorenes Rotauge, welches Achim auf Grund gelegt hatte.
Während Achim den Fisch versorgte, machte ich schnell noch ein paar Fotos, was in der Dunkelheit nicht gerade einfach war.

Ein schöner Kanalzander 55 cm 3 Pfund.

Ein schöner Kanalzander 55 cm 3 Pfund. Was für ein Maul?

Heike schien etwas bedrückt, weil sie auch dieses Mal keinen Zander gefangen hatte und ging gleich wieder an ihren Angelplatz zurück. Achim meinte, ich solle den Zander mal halten, weil er ein Foto machen wollte
„Ich soll den Zander halten? Warum denn das?“ fragte ich ihn.
„Damit du mal wieder weißt, wie es sich anfühlt, einen Fisch in den Händen zu haben“ neckte er mich.

Uschi durfte ihn auch einmal in den Händen halten.

Wirklich ein schöner Zander. Wann fängt Uschi ihren ersten Kanalzander dieses Jahr?

Als er die Fotos gemacht hatte, gingen wir zurück an unseren Angelplatz. Ich war schon zwei Schritte von Achim entfernt, als ich ihn sagen hörte: „Das gibt es doch nicht! Das kann nicht wahr sein!“
Ich blieb stehen, drehte mich um und fragte, was denn passiert sei.
„Meine Rute ist weg!“
Sofort stand ich neben ihm. Nun sah auch ich die Bescherung. Das konnte doch nicht wahr sein!
Völlig verwirrt fragte ich ihn: „Welche? Doch wohl nicht die neue Feederrute mit dem speziellen Bissanzeiger?“
„Doch! Die Feederrute ist weg. Aber das kann doch nicht sein! Ich hatte in beiden den Freilauf eingeschaltet. Schau dir mal das Rod Pod an.“
Beim genaueren Hinsehen sah, dass es umgekippt war. Das Gelenk mit den elektronischen Bissanzeigern war nach unten gebogen. Von der Feederrute keine Spur! Die andere Rute lag am Ufer.
„Die konnte ich gerade noch aus dem Wasser holen. Es schaute nur noch der Griff aus dem Wasser“, meinte Achim. „Ich konnte sie gerade noch packen, sonst wär die auch weg gewesen.“
Als Heike hörte, wie Achim rief „Das gibt es doch nicht!“ hatte sie zuerst gedacht, der Zander wäre Achim ins Wasser gefallen. Doch dann wurde ihr klar, dass seine Rute weg war. Sofort rannte sie rannte am Ufer entlang um nachzusehen, ob sie irgendwo schwamm. Und tatsächlich rief sie ca. 50 Meter von uns entfernt: „Kommt schnell mit dem Kescher! Hier schwimmt sie“.
Mit vereinten Kräften (ich hielt Achim fest, damit er nicht ins Wasser fiel und Heike hielt mich fest) und mit Hilfe des Keschers konnten wir die neue Feeder-Rute aus dem Wasser fischen.
Achim war zwar heilfroh die Rute wieder zu haben, fragte sich aber immer noch, wie das passieren konnte. Schließlich hatte er doch bei beiden Rollen den Freilauf eingeschaltet gehabt. Zuerst vermutete er, dass vielleicht ein Waller gebissen und alles mitgerissen hatte. Doch als er sich die Rolle an der Feederrute genauer anschaute sah er, dass ca. 15 Meter von der Fireline um die Rolle gewickelt und der Futterkorb einschließlich Köder abgerissen waren. Da erinnerten wir uns, dass genau in dem Moment, wo Achim den Zander gedrillt hatte, der Frachtkahn relativ nahe am Ufer vorbei gekommen war. Dabei muss die die Schiffsschraube die geflochtene Schnur angesogen haben. Aufgrund der hohen Abspulgeschwindigkeit hatte sich die Schnur wohl verfangen und somit konnte das Schiff die Ruten und das Rod Pod mitreißen.
Eigentlich hatte Achim noch Glück im Unglück. Nicht auszudenken, wenn alle beiden Ruten samt Rolle und elektronischen Bissanzeiger und auch noch das Rod Pod im Wasser verschwunden wären! Der Zander wäre dann unbezahlbar gewesen.
Auf diesen Schreck mussten wir natürlich erst einmal einen Obstler, den wir immer für „Notfälle“ dabei haben, trinken.
In der Hoffnung, dass auch Heike und ich einen Zander fangen würden, blieben wir bis ca. 1 Uhr. Aber es tat sich an keiner Rute mehr etwas. Noch während der ganzen Heimfahrt sprachen wir von dem, was wir zuvor erlebt hatte.

Am nächsten Tag fuhren wir noch einmal nach Minden. Dieses Mal wollten wir in der Weser auf Barben angeln. Auf der Hinfahrt nieselte es noch ein wenig, aber als wir unsere Sachen aufgebaut hatten, hörte der Nieselregen auf und es blieb die ganze Nacht trocken.
An der Weser sind nur zwei Ruten erlaubt und so entschied ich an meine Feederrute statt eines Bleies einen Futterkorb anzubringen. Auf den Haken kamen 3 bis 5 Maden. Normalerweise herrscht in der Weser immer eine starke Strömung aber an diesem Tag war es anders. Außerdem war es absolut windstill. Die Montage wurde nur einige wenige Meter abgetrieben, so dass ein Bleigewicht von 50 g völlig ausreichte.
An der zweiten Rute bot ich abwechselnd einmal einen Tauwurm oder drei Dendrobenas an. Gegen 21 Uhr hatte ich einen Biss. Ich war gespannt, um was für einen Fisch es sich handeln würde. Vielleicht eine Brasse oder eine Nase? Während ich drillte, fragte Heike mich, ob ich eine Barbe am Haken hätte.
„Nee, bestimmt nicht. Wenn eine Barbe beißt, dann geht die Post ab. Das ist ein anderer Weißfisch. Wir werden gleich sehen, was es ist“, antwortete ich ihr.
Es war ein großes Rotauge, welches auf 3 Dendorbenas gebissen hatte.

Uschi und Heike warten auf den Barbenbiss.

Auch Uschis Maskotchen konnte dieses Mal nicht helfen!

In der stillen Hoffnung, dass ich hier vielleicht auch einmal einen Zander fangen könnte, entschied ich mich statt Würmer, nun ein kleines eingefrorene Rotauge als Köder anzubieten. Als wir einige Monate vorher an der Stelle waren, hatten die Angler neben uns mehrere kleinere Zander gefangen, die sie jedoch alle wieder reinsetzen mussten, weil sie untermäßig waren. Aber wo kleine sind, müssen doch auch größere sein, dachte ich bei mir. Doch alles Warten brachte nichts. Es biss kein Zander, aber auch keine Barbe. Wahrscheinlich lag es an diesem komischen Wetter. Auch Achim fing nur ein Rotauge. Heike ging leider auch an diesem zweiten Angeltag als Schneider nach Hause.
Ich hätte ihr sehr gerne so einen aufregenden Drill einer Barbe gewünscht. Aber was heute nicht ist, kann ja morgen anders werden! Noch ist nicht aller Tage Abend.

Oerlinghausen, den 09.11.2004