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Meine Ägyptenreise 1997
Teil 3
Achter Tag
Als wir morgens aufwachten, hatte das Schiff schon in Edfu angelegt.
Dieses Mal fuhren wir nicht mit einem Bus zur Besichtigung, sondern die ganze Gruppe unternahm eine Kutschfahrt. Mohamed
handelte für uns alle einen guten Preis aus, was einige Zeit in Anspruch nahm. Fahren die Ägypter auch sonst schon wie die
Henker (eine Hand ständig auf der Hupe, die andere am Lenkrad), so lassen sie sich von einer fehlenden Hupe in einer Kutsche
nicht ablenken. Die Fahrt war ein Abenteuer und erinnerte mich an den Film „Ben Hur“. Ich war froh, als wir endlich heil am
Tempel angelangt waren. Natürlich warteten auch dort wieder aufdringliche Händler auf uns, die ihre Ware feilboten. Wir mussten
uns erst einen Weg bahnen, bis unser Blick auf die Südseite des Edu-Tempels fallen konnte.
Der Horustempel besitzt nach Karnak den größten Pylon. Die Ptolemäer, die viele Teile der Vorgängerbauten verwendeten,
benötigten mehr als 1000 Jahre zur Errichtung dieses Heiligtums. Der Horusfalke ist hier überall zu finden, daher der Name Horustempel
. Im Hof steht er in Form einer schwarzen Granitstatue. Auf den Reliefs in den beiden Säulenhallen und auf den
Wänden des Allerheiligsten sind die mit dem Tempel verbundenen Rituale dargestellt. In einer Art Volksfestatmosphäre wurde alljährlich eine Figur der Göttin Hathor von Dendera
, auf eine zweiwöchige Kreuzfahrt nilaufwärts geschickt, um ihre Hochzeit mit Horus in Edfu nachzuvollziehen. Andere Friese zeigen den falkenköpfigen Horus, der den als Krokodil oder Flusspferd dargestellten
Seth, die Verkörperung des Bösen, besiegt.
Etwas ungewöhnlich bei diesem Tempel ist, dass der Eingang hier nach Süden und nicht nach Westen zeigt. Ob sich auch dahinter
eine mystische Symbolik verbirgt oder ob es dieses Mal an dem baulichen Untergrund lag, vermag ich nicht zu sagen.
Blickt man vom Hof zum Pylon hinauf, fallen einem gleich die vielen Löcher auf, die sich über den gesamten oberen Teil des
Pylons erstrecken. Es handelt sich dabei um Einschusslöcher, die aus der napoleonischen Zeit stammen. Als Napoleon in Ägypten
einfiel um die Mamelucken zu vertreiben, stieß er auf erbitterten Widerstand. Es kam zum Kampf in den halb versandeten
Tempelanlagen, die der einen oder anderen Partei Deckung boten. So trafen die Kugeln nicht den Feind, sondern landete in der Tempelverkleidung.
Die Innenverkleidung der Pylone weist ein paar Besonderheiten auf, die man sonst so nicht vorfindet. Wenn man genau hinschaut,
sieht man, dass die Kartuschen mit den Königsnamen noch nicht ausgemeißelt sind! Die Lösung für diese sonderbare Erscheinung
ist recht einfach: Die Verzierung der Außenverkleidung des Tempels ist so ziemlich die letzte Aktion vor der Fertigstellung. Zu
dieser Zeit, etwa 60 v.Chr., fanden ziemlich viele Herrscherwechsel statt. Jeder König in dieser Zeit regierte nur 2 – 3 Jahre. Die
Erbauer standen also vor dem Problem, dass sie ständig einen neuen Herrschernamen eintragen sollten. Doch der Herrscher
wechselte ständig. Um keinen evtl. neuen Nachfolger zu verärgern, beließ man es erst einmal bei der leeren Kartusche. Später könnte man den Namen ja immer noch nachtragen, so meinte man. Dabei ist es dann geblieben.
Als sich das Christentum in Ägypten verbreitete, haben die Gläubigen nicht nur die alten Tempel in Kirchen umgewandelt, sondern
sie zerstörten auch viele „heidnische“ Bildnisse. Die Figuren an der Wand in Edfu wurden fast alle herausgemeißelt. Beim Rundgang durch den Tempel erkennt man so genau, wo die Christen hingekommen sind und wo nicht.
Eine ganze Ecke des Tempels, die komischerweise nicht von den Christen zerstört wurde, befasst sich mit dem Bau des Tempels durch den Pharao.
Ein Relief fiel mir besonders auf: Oben sieht man die letzten zwei Bilder samt Texten. Links davon steht der Pharao, der seinem
Gott (Horus) zeigt, dass er Steine besorgt hat und ihm einen Tempel bauen will. Der Falkengott Horus hält das Ankh (das
Lebenszeichen) in der Hand. Als Dank dafür, dass der König ihm den Tempel baut, hat er ihm das Leben geschenkt, denn der König trägt nun das Ankh.
Esna
Nachdem wir von Edfu zurück waren und zu Mittag gegessen hatten, gingen wir nach Esna. Der Tempel liegt etwa 200 m vom Nil
entfernt und nimmt eine merkwürdige Stelle ein, die heute 9 m tiefer liegt als das Niveau der Stadt Esna. Jahrhundertelang hat man
einfach auf dieser Stätte und um sie herum Häuser errichtet. So ist ein Teil des Heiligtums bis heute noch nicht ausgegraben.
Eigentlich kann man die Überreste nicht als Tempel bezeichnen, aber es gibt trotzdem eine Menge zu sehen. Der Tempel war dem
widderköpfigen Gott Chnum geweiht und entstand unter der Herrschaft der Ptolemäer. Allerdings wurde er unter der römischen
Herrschaft weitergebaut. Dies erkennt man am dunklen Rand am Fuße des Tempels bei genauerem Hinsehen.
Außer den Ruinen sind einige schöne Hieroglyphen zu sehen. Sie zeigen jedoch den Verfall des Kulturdenkmals. Da der Tempel
so tief liegt, hat man hier sehr stark mit dem Grundwasser zu kämpfen. Wenn die Ägypter nichts dagegen unternehmen, wird der Tempel in ca. 10 Jahren vernichtet sein.
Im Tempelbezirk sind noch viele Säulen erhalten. Die Ausführung dieser Kapitelle ist sehr schön und bei genauerem Hinsehen
kann man auch noch einiges erkennen. Oben auf den Säulen liegen wie zufällig kleine Steine. Sie repräsentieren die Frösche, welche auf den Pflanzen im Nil, die von den Kapitellen dargestellt werden, sitzen.
Eine etwas ungewöhnliche Darstellung fiel mir bei der Besichtigung auf. Sie ist in ihrer Art einzigartig und zeigt einen römischen
Kaiser, der dem Gott opfert. Er opfert aber nicht das sonst Übliche, sondern einen römischen Kranz. Diese Darstellung zeigt, dass
sich die Fremdherrscher zwar dem ägyptischen Volk anpassten, aber trotzdem ihre Sitten und Gebräuche mitbrachten.
Bevor wir uns auf den Rückweg machten, besuchten wir noch eine alte Olivenmühle, die nicht – wie sonst üblich - von Ochsen, sondern eigenhändig von zwei Einheimischen angetrieben wurde.
Da für den Abend auf unserem Hotelschiff eine traditionelle Galabijaparty geplant war, kauften wir uns in einem der Läden in Esna
das entsprechende Gewand. Auch hier mussten wir uns wieder im Handeln üben, denn der Preis, den der Händler zuerst nannte,
war stark überhöht. Dank Mohameds Hilfe konnten wir alle für einen erschwinglichen Preis, dieses für uns exotische Gewand erstehen
Die Galabija, ein traditionelles ägyptisches Männergewand.
Es ist ein langes, hemdartiges Gewand ohne Kragen, mit Brustschlitz, weiten Ärmeln und weitem Rock. "Moderne" Versionen
besitzen einen Steh- oder Hemdkragen mit Knopfleiste, Ärmel mit Manschetten, eine Brusttasche und sind gerader geschnitten.
Eine große Innentasche auf der einen Seite bietet Platz für Papiere, Geld, Autoschlüssel und was man(n) sonst noch mit sich
herumträgt, durch den Schlitz in der Naht der anderen Seite kann der Rocksaum gesteckt werden, wenn mehr Beinfreiheit
benötigt wird. Häufig wird zu diesem Zweck aber auch einfach der hintere Rocksaum zwischen den Beinen nach vorne
hochgezogen und mit den Zähnen festgehalten. Die Farbe und Stoffqualität der Galabijen variiert je nach Jahreszeit und beruflicher
Tätigkeit des Trägers. Im Winter finden sich häufiger dunklere Farben wie Grau, Braun oder ein dunkles Erika, die Stoffqualität ist
eine wesentlich dickere. Aber auch mehrere übereinandergezogene Galabijen oder ein untergezogener Pullover erfüllen ihren
Zweck und wärmen bei kühlen Temperaturen. Die Sommergalabijen sind wesentlich dünner und meist heller. Altweiß, Hellbeige
und Hellblau sind bevorzugte Farben, daneben kommen aber z.B. auch Grüntöne vor. Diese Galabijen werden vor allem von
Männern getragen, die "repräsentieren" oder "saubere" Arbeiten verrichten, bei Berufen, die mit Dreck verbunden sind, wie etwa
Mechanikern oder Schuhputzern, herrschen auch im Sommer eher die Winterfarben vor. Da die Galabija von einem großen Teil
der Bevölkerung getragen wird, gibt es zahlreiche Geschäfte und Dienstleistungen, die mit ihr verbunden sind.
An diesem Abend ging ich vor der Galabaijaparty ein letztes Mal aufs Oberdeck und genoss ich den Ausblick auf den Nil. Auf
einer kleinen Insel standen ein paar seltsame Vögel. Ich dachte an Fischreiher, aber Mohamed erklärte mir, dass das „Kuhreiher“ wären.
Galabaijaparty
Trotz meiner Unpässlichkeit habe ich an diesem Abend mitgefeiert. So etwas konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen!
Schon zum Abendessen erschienen alle Reiseteilnehmer in ihrem gekauften Gewand. Es war ein sehr buntes und auch lustiges Bild
. Aber auch die Reiseleiter hatten ihre Galabija angezogen. Nach dem Abendessen begann der gemütliche Teil. Ein
Mannschaftsmitglied des Hotelschiffes hatte uns alle zu verschiedenen Spielen animiert. An eines erinnere ich mich noch sehr gut.
Er suchte sich zwei Männer aus, die eine Kordel, an der eine Kartoffel hing, um den Bauch gebunden bekamen. Sie mussten leicht
in die Hocke gehen und mit der Kartoffel zwischen ihren Beinen die Kugel, die vor ihnen lag, ins Ziel schießen. Wer als erster im
Ziel war, hatte gewonnen und bekam eine Flasche Sekt. Wir haben bei diesem Wettkampf viel gelacht, denn es war ein komisches Bild und mit dem langen Gewand auch nicht ganz einfach gewesen
Neunter Tag
Kom Ombo
Als wir heute morgen zum Frühstück gingen, stand danach die Besichtigung in Kom Ombo an. Heute morgen ging es mir aber
gesundheitlich so schlecht (der „kleine Pharao“ war nun endgültig bei mir), dass ich auf dem Schiff bleiben musste.
Da der Doppeltempel vom Wasser aus gut zu sehen ist (er liegt sehr dicht am Wasser) und die Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe
praktisch direkt davor ist, braucht man nur ein paar Schritte zu laufen bis man angekommen ist.
Aber nicht einmal das traute ich mir heute zu. So ging mein geschiedener Mann alleine von Bord und berichtete mir später davon.
Auch von diesem Tempel ist, außer dem Säulensaal, nicht mehr viel übrig geblieben. Immerhin sind die beiden Eingänge gut zu
erkennen, die zu den Heiligtümern von Sobek (dem Krokodilgott) und Haroëris (einer Abwandlung von Horus) führen. Der
Tempel war vermutlich als eine Stätte der Versöhnung zwischen diesen traditionell verfeindeten Kräften der Finsternis und des Lichts gedacht.
Vor dem Beginn des Dampfschiffzeitalters im 19. Jh. fanden sich Hunderte von Krokodilen auf einer Sandbank bei Kom Ombo
zur Paarung oder zu einem Sonnenbad ein. In einer der Kapellen des Tempels kann man ihre mumifizierten Ahnen besichtigen.
Die Besichtigung dauerte nicht lange und wir mussten wieder an Bord. Es ging weiter nach Assuan. Hier angekommen verließen
wir endgültig unser Hotelschiff. In Assuan standen eine Besichtigung des unvollendeten Obelisken im Steinbruch, ein Besuch auf
der Insel Agilkia mit dem Philea-Tempel, ein Besuch des Assuan-Stausees und ein Ritt auf dem Kamel in die Wüste. Letzteres hat
aber dann doch keiner von uns mitgemacht. Ein Teilnehmer, der schon einmal in Ägypten war und so einen Ausritt mitgemacht
hatte, erzählte uns nämlich, dass die Touristen ganz schön über die Ohren gezogen würden. Er war damals mit mehreren Leuten in
einer Gruppe in die Wüste geritten, als der Führer sie absteigen ließ und anschließend erneut einen Preis für den Rückweg
verlangte. Hätten sie nicht noch einmal den geforderten Betrag bezahlt, hätte der Händler sie glattweg in der Wüste stehen lassen! So etwas wollten wir nicht unbedingt miterleben.
Leider hatte ich nicht mehr die Möglichkeit viele weitere Bilder von der letzten Reisestation zu machen. 14 Diafilme hatte ich
inzwischen belichtet und es bestand keine Möglichkeit, irgendwo einen neuen zu kaufen. Schon vor 2 Tagen hatte mir einen netter
Mitreisender einen verkauft. Aber die anderen, die er noch hatte, brauchte er selber.
Assuan
Assuan liegt ungefähr 750 km südlich von Kairo. Im gesamten Ballungsraum gibt es ca. 415.000 Einwohner. Es sind vor allem
Nubier, die eine dunklere Hautfarbe als die arabischen Ägypter haben. Assuan, kein anderer Name passt besser, ist ein Ort wie
aus dem Bilderbuch. Malerisch segeln die Feluken mit geblähten Segeln über den Nil, der die Stadt auf der Ostseite von den
sanften Wüstenhügeln auf der Westseite trennt. Das Leben hat hier seinen eigenen, sehr langsamen Rhythmus – kein Wunder angesichts der Temperaturen, die im Sommer auf 50°C und mehr steigen können.
Seit Ende des letzten Jahrhunderts war Assuan vor allem bei Briten als heilklimatischer Winterkurort beliebt. Aga Sir Sultan
Mohammed Shah, kurz Aga Khan, ließ sich hier gemäß seinem letzten Willen 1957 beisetzen, weil Assuan der schönste Fleck der
Erde sei. Und Agatha Christie schrieb hier im Old Cataract Hotel ihren Krimi „Tod auf dem Nil“.
Für die Ägypter der Antike hat Assuan symbolische Bedeutung. Hier wähnte man den Ursprung des Nils. Herodot, der Vater der
Geschichtsschreibung, berichtete von den Bergen Knophi und Mophi, hinter denen der Nil in zwei Quellen entspringt.
In Assuan angekommen verabschiedeten wir uns mit einem letzten Blick auf unser Hotelschiff. Es war eine sehr schöne
Nilkreuzfahrt gewesen, die ich gerne einmal wiederholen würde. Obwohl es auch an diesem Tag sehr heiß war (42° C.), war das
Klima gut auszuhalten. Wir gingen zu unserem Bus und fuhren zum Steinbruch. Hier stand uns ein längerer Fußweg bevor, bis wir oben angekommen waren.
Steinbrüche mit unvollendetem Obelisken
Die Steinbrüche liegen einige Kilometer nördlich von Assuan. Aus ihnen stammt der berühmte Assuan Rosengranit. Über viele
Jahrhunderte hinweg wurden hier Obelisken, Statuen und Säulen hergestellt. Es müssen Hunderte von Handwerkern monate-,
wenn nicht gar jahrelang damit beschäftigt gewesen sein, einen großen Obelisken aus dem Granit zu schlagen und ihn dann zu
bearbeiten. Die Attraktion des Steinbruchs verdanken wir dem Pech eines antiken Steinmetzes: ein nur halb aus dem Fels
geschlagener 41,45 m hoher Osiris-Obelisk, der knapp 1.200 t (!) schwer ist. Er ist auch unter dem Namen Unvollendeter
Obelisk bekannt. Vermutlich haben mehrere Risse, die während der Bearbeitung auftraten, zu einem Abbruch der Arbeiten
geführt. Genaueres kann man heute nicht sagen. Der unvollendete Obelisk wäre der größte, jemals erstelle gewesen
Assuan-Stausee
Seit 1970 staut der Damm bei Assuan den Nil und bildet so den Nasserstausee. Seitdem ist Ägypten nicht mehr von der
jährlichen Nilüberschwemmung abhängig, aber die Hoffnungen, die man mit dem Bau des Staudamms seinerzeit verband, haben
sich alle nicht erfüllt. Dutzende bedrohter Denkmäler musste damals von der UNESCO vor den steigenden Fluten des Nils gerettet werden.
Philae-Tempel
Verlässt man Assuan in südlicher Richtung kommt man zum Bootsableger für die Insel Agilkia 1 mit dem Philae-Tempel.
Mohamed führte uns zu einem Boot, welches uns auf die Insel bringen sollte. Während der Fahrt wurden wir von Kindern, die
sich aus Brettern ein Floß gebaut hatten, begleitet. Obwohl Mohamed sie immer wieder vertrieb, kamen sie an unser Boot heran und bettelten uns an.
Philae lag ursprünglich am östlichen Nilufer, in der Ecke einer kleinen Bucht. Bis 1898 war die heilige Insel das ganze Jahr
oberhalb der Wasserfläche. Mit dem Bau des Alten Damms wurde sie Monate lang vom Wasser des künstlichen Sees umspült
und nur in den Monaten August und September zu besichtigen – wenn sich die Speicherbecken leerten und die Insel wieder aus dem Wasser auftauchte.
Knapp 1800 Jahre nach dem Ende der langen Bauphase erlebte Philae die radikalste Maßnahme: das Versetzen des Tempels.
Von 1972 bis 1980 wurde die Tempelanlage abgebaut und unter Berücksichtigung der Topographie von Philae auf der 500
Meter entfernten Insel Agilkia an einem höheren Standort wieder aufgebaut. Seit 1980 sind somit der Philae-Tempel und die Insel Philae zwei verschiedene Plätze.
Im 4. Jh. v. Chr. begann Nektanebes den Bau und seine ptolemäischen und römischen Nachfolger erweiterten die Anlage mit Isis-, Hathor- und Harendotes-Tempel.
Außerdem befinden sich dort das Hadrian-Tor und ein kleiner Trajan-Bau. Insgesamt wurde an Philae 560 Jahre lang gebaut, erweitert und erneuert, und zwar von 380 v. Chr. bis 180 n. Chr. Soviel
Baulust konnte nur eine beliebte, weil vielseitige Göttin auslösen: Isis, Göttin von Erde, Wasser, Mond, Unterwelt. Sie war
auch Phatornin der Ehe und der Liebe. Interessant ist, dass die letzte erhaltene Hieroglypheninschrift in Philae gefunden wurde. Sie
stammte aus dem Jahr 394 n.Chr. Erst im 6. Jahrhundert wurde der Tempel endgültig abgeschlossen und von den Christen genutzt.
Elephantine und Kitchener Island
Diese beiden vom Charakter und Publikum ganz gegensätzliche Inseln kann man am besten auf einer ausgedehnten Felukenrundfahrt besuchen.
Elephantine war die Hauptstadt des 1. oberägyptischen Gaus Ta Satet („Erde der Satet“). Das Gebiet um Elephantine war sehr
unfruchtbar, weshalb wahrscheinlich öfters Nahrung zu der Insel geschickt werden musste. Allein wegen des reichen
Erzvorkommens in der Umgebung, den Steinbrüchen und dem 1. Katarakt, der eine natürliche Barriere darstellte, hatte
Elephantine eine große Bedeutung. Östlich der Stadt baute man rosa und graues Granit ab, das für Tempel, Obelisken und Sarkophage gebraucht wurde.
Auch war die Stadt Umschlagplatz für den Handel. Die heutige Stadt Assuan ist vom altägyptischen "sunu" (Handel) abgeleitet.
Der Name Elephantine geht auf den Handel mit afrikanischem Elfenbein zurück. Heute ist Elephantine das Ziel der
Bildungsbeflissenen. Die Insel ist nachweislich bereits im 4. Jh. v.Chr. besiedelt worden und vermutlich der älteste besiedelte Teil des Gebietes um Assuan. Seit 1969 wird die Anlage sehr systematisch ausgegraben.
Die Kitchener Insel wird zur Erholung und Entspannung von den Touristen, aber auch von vielen Einheimischen aufgesucht. Sie
wird auch als botanischer Garten Assuans bezeichnet. Der Name Kitchener Islang stammt von dem englischen Gouverneur, Lord
Kitchener, der genauso erfolgreich wie brutal gegen die damals im Sudan aufständigen Anhänger des Mahdi vorging. Auf einer
Anhöhe am westlichen Nilufer liegt das Mausoleum des Aga Khan. Der 1957 gestorbene religiöse Führer der Ismailiten, der sich von seinen Anhängern in Gold aufwiegen ließ, ist hier beigesetzt.
Zehnter Tag/Rückreise
Tags zuvor sind wir am späten Nachmittag von Assuan nach Kairo zurückgeflogen. Einige der Reiseteilnehmer flogen erst noch
nach Abu Simbel, um sich dort die Tempelanlage anzusehen. Das hätte ich auch gerne getan, aber dieser Ausflug war im
Reisepreis nicht vorgesehen und hätte vor Antritt extra bezahlt werden müssen. Bei unserer Reiseplanung hatten wir deshalb
darauf verzichtet. Als die anderen am nächsten Tag von ihrer Besichtigung berichteten, habe ich es dann doch bedauert, den Ausflug nach Abu Simbel nicht mitgemacht zu haben.
Am Flughafen trennte sich unsere Gruppe erneut, denn ein Teil der Gruppe hatte noch einen Badeurlaub am Roten Meer gebucht,
worauf sie sich schon sehr freuten, was ich gut nachvollziehen konnte. Jetzt noch ein paar Tage in der Sonne liegen und sich erholen wäre schön gewesen, denn diese Studienreise war doch ganz schön anstrengend.
Ich hatte gleich zu Beginn unserer Reise zehn Postkarten an Freunde und Verwandte geschrieben und sie nicht irgendwo in einen
Briefkasten geworfen sondern im Hotel abgegeben. Trotzdem ist davon nur die Hälfte angekommen. Die anderen fünf sind bis in alle Ewigkeit verschwunden! Ägypten ist nun einmal ein rätselhaftes Land.
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hineinversetzt. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sind enthalten. Aber man erfährt u.a. auch etwas über Natur und Kultur, Geschichte und Tradition, Lebensweise der Ägypter, über den
Totenkult und die Hieroglyphen.
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Mord-Theorien auf. Für jede in den Mord verwickelte Person wird der Tatverlauf exakt rekonstruiert. Aber wer wirklich der Mörder ist erfährt man erst am Schluß. Ein fesselnder Krimi.
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